„Mein Körper gehört mir“

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Bei dem Projekt zur Prävention von sexuellem Missbrauch „Mein Körper gehört mir“ handelt es sich um ein bundesweit bekanntes und in zahlreichen Schulen auch in Wuppertal eingesetztes Präventionsprogramm für Kinder der dritten und vierten Klassen. Jüngst profitierten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Liegnitzer Straße von dem Projekt.

Weißt du, was sexueller Missbrauch ist?

„Wenn du ein Mädchen bist, und jemand fasst dir an deine Brust oder an deine Scheide oder an deinen Po und du bekommst dabei ein Nein-Gefühl, weil du merkst, dass da etwas komisch ist, dann ist das sexueller Missbrauch.

Und wenn du ein Junge bist, und jemand fasst deinen Penis oder deinen Po an, und du bekommst dabei ein Nein-Gefühl, weil du merkst, dass da etwas nicht stimmt, dann ist das sexueller Missbrauch.

Es ist auch sexueller Missbrauch, wenn dich jemand zwingt oder überredet, z.B. den Penis oder die Scheide anzufassen oder anzuschauen und dabei dein Vertrauen oder deine Unwissenheit ausnutzt[…]“

http://www.meinkoerpergehoertmir.de/

Mit dieser Einleitung fängt das Theaterstück „Mein Köper gehört mir!“ der Theater Pädagogischen Werkstatt aus Osnabrück an, die zu Gast an der Grundschule Liegnitzer Straße in Wuppertal war. „Mein Körper gehört mir“ ist ein 3-teiliges Präventionsprogramm für Kinder des 3. und 4. Schuljahres, das über sexuellen Missbrauch und die Grenzen, die niemand überschreiten darf, aufklärt und Kinder für Gefahren sensibilisieren soll.

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Bei vielen Dingen hat man ein positives Gefühl, z.B. wenn man die Haare gebürstet bekommt oder gestreichelt wird. Doch was passiert, wenn ein Fremder einem an den Po fasst? Dies löst ganz schnell ein unangenehmes „Nein-Gefühl“ aus – es gibt Berührungen die man nicht will. Davon und wie man auf diese Berührungen reagiert, handelten die aufgeführten Szenen, die an drei aufeinanderfolgenden Wochen an der Grundschule Liegnitzer Straße aufgeführt wurden.

Die kindgerechte Aufarbeitung eines äußerst schwierigen Themas wurde durch einfache Spiel-, Gesang- und Interaktionsszenen umgesetzt. Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler sich rasch in unterschiedliche Situationen versetzen. Sie lernten, dass sie mit Hilfe von Ja- und Nein-Gefühlen ermitteln können, was sexueller Missbrauch ist und auf welchen unterschiedlichen Ebenen er stattfinden kann.

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Am Ende war es das Ziel, die Kinder darin zu bestärken ihren eigenen Gefühlen zu vertrauen und zu erfahren, dass jeder das Recht hat „Nein!“ zu sagen, wenn eine Berührung unangenehm ist oder die eigene persönliche Grenze überschritten wird. Schüler wie Lehrer waren am Schluss gleichermaßen von den Aufführungen begeistert.

Das Projekt wurde gefördert über den Verfügungsfonds der „Sozialen Stadt Oberbarmen / Wichlinghausen“.

Text und Fotos: Grundschule Liegnitzer Straße