Konkrete Pläne für den Berliner Platz

Anna Mühlenbeck vom Architekturbüro dtp zeigt, wie das Schöneberger Ufer aussehen könnte.

Oberbarmen wird schön: Das lassen die Pläne zur Umfeldgestaltung des Berliner Platzes erahnen. Nicht nur der Berliner Platz mit dem Bahnhofsvorplatz, sondern auch das Schöneberger Ufer, der Übergang zur Straße Höfen und die Rosenau sowie der Peter-Hansen-Platz sollen ein attraktives Ganzes bilden. Ab Ende 2018, so hoffen die Architekten von dtp aus Essen, können die Visionen der Bürgerinnen und Bürger umgesetzt werden. Die konkreten Pläne stellten sie nun vor.

Die Wünsche und Ideen der Menschen in Oberbarmen waren für die Planer sehr wichtig. Daher hatte es – organisiert unter anderem vom Quartierbüro – seit 2016 verschiedene Workshops und Befragungen gegeben. So konnte sich das Architekturbüro ein klares Bild davon machen, was wirklich gebraucht und gewünscht ist. 1,69 Millionen Euro hat die Stadt für die Umfeldgestaltung des Berliner Platzes veranschlagt. 20 Prozent davon muss Wuppertal selbst aufbringen, 80 Prozent kommen vom Land NRW über das Programm „Soziale Stadt Oberbarmen/Wichlinghausen“.

Das Schöneberger Ufer soll nach Plänen der Architekten ein Boulevard werden.

Während Willemijn Enders, Projektleiterin bei dtp, die Pläne vorstellte, schrieb ihr Team mit, was die Oberbarmer dazu zu sagen hatten. Das meiste fand großen Anklang. Kritisch betrachteten die Anrainer des Schöneberger Ufers und vom Stennert hingegen den Wegfall von Parkplätzen zugunsten von zweispurigen Fahrradwegen. Wobei Benjamin Simon von der Stadtverwaltung zu bedenken gab, dass einige der zum Parken genutzten Flächen gar keine offiziellen Parkplätze seien. Ebenso erklärte er, dass die Verkleinerung von „überdimensionierten“ Parkplätzen an der Berliner Straße lediglich bedeute, dass sie auf ein Standardmaß von 2,50 Meter Breite mal 5 Meter Länge verkleinert würden.

Boulevard Schöneberger Ufer

Positiv aufgenommen wurde der Plan, das Schöneberger Ufer zu einem Boulevard umzugestalten.  Hinterhauswände werden dann zu Fronten. Das, so hoffen die Experten, motiviere die Gebäudeeigentümer, ihre Häuser zu verschönern. Elemente für Skater und Sitzmöglichkeiten direkt am Wupperufer soll es genauso geben. Ein sogenannter Street Print, haltbare Malereien auf dem Fußgängerweg, sind auch vorgesehen. Ob das Schöneberger Ufer eine Zone 30 oder eine verkehrsberuhigte Zone werden soll, prüft die Verwaltung noch. Den Peter-Hansen-Platz vor der Färberei wollen die Experten zum Quartiersplatz machen.

Etwas ändert sich in diesem Umfeld allerdings nicht: „Die Fernwärmerohre bleiben“, verdeutlichte Willemijn Enders. Die Rohre, die an den Mauern entlang der Wupper angebracht sind, zu verkleiden oder zu bemalen, sei aus Kostengründen nicht in die Pläne eingeflossen. „Das müsste dann über Spenden finanziert werden“, regte die Projektleiterin an.

Berliner Platz: Info-Pavillon statt Bühne

Kernstück der Planungen ist offiziell zwar der Berliner Platz. Da die Stadt hier aber bis 2021 baulich nicht viel verändern darf, mussten andere Lösungen gefunden werden, um den Platz aufzuwerten. Im Vordergrund steht eine Belebung der zentralen Fläche. „Mehr Sicherheit durch Übersichtlichkeit“ und „verbesserte Nutzbarkeit“ sind Wünsche der Oberbarmer. Um das zu erreichen, ist unter anderem eine „temporäre Möblierung“ geplant. Damit gemeint sind moderne Sitzelemente, die jederzeit wieder abgebaut werden können. Der Kiosk an der Berliner Straße könnte nach Ablauf der Pacht abgerissen werden. „Wir wollen aber niemanden vertreiben“, betonte Willemijn Enders im Hinblick auf die Menschen, die sich dort zum Alkoholkonsum treffen. Man wolle vielmehr mit ihnen ins Gespräch kommen und über einen möglichen neuen Treffpunkt sprechen.

Wer kennt die Bühne?

Dass es auf dem Berliner Platz an der Schwebebahn schon jetzt eine Bühne gibt, war den meisten Zuhörern neu. Deshalb sprachen sich viele gegen eine Aktivierung dieser Bühne aus.  Stattdessen war die einhellige Meinung, dass an dieser zentralen Stelle ein Info-Pavillon mit Toilette errichtet werden solle. Hier könnten die WSW oder das Stadtmarketing auf die Angebote im Wuppertaler Osten, wie den Zugang zur Nordbahntrasse, aufmerksam machen, so der Tenor. Eine Kinderspielfläche brachte ein Bürger als Idee ein.

Der Plan des Architekturbüros dtp für den Bahnhofsplatz in Oberbarmen.

Der Bahnhofsplatz – so sehen es die Planer vor – soll ebenfalls attraktiver werden. Der Durchgang neben dem Burger-Restaurant soll geschlossen werden. Fußgänger und Radfahrer sollen außen herum geleitet werden. Im Weiteren ist ein verbesserter Zugang zur Wupper angedacht. Möglicherweise kommt auch ein Radweg an der Stelle, wo jetzt die Parkplätze und der Taxistand sind. Das muss allerdings noch geprüft werden. Derzeit bevorzugen die Fachleute, dass Radfahrer den Berliner Platz umrunden – was einige Oberbarmer für unrealistisch halten. „Die Radfahrer fahren dann über den Berliner Platz“, vermuteten sie. Der Übergang zur Straße Höfen soll eine spezielle Beleuchtung erhalten, um das Schwebebahngebäude in Szene zu setzen.

Bis zum Abgabetermin ist es nicht mehr lange hin. Am 30. September muss das Architekturbüro alle Pläne überarbeitet und fertig haben. Dann muss die Stadtverwaltung sie noch prüfen und bis zum 1. Dezember ans Land schicken. Frühestens im Mai erwarten die Experten eine Antwort.