Tierpostkarten als Teil der sozialen Quartiersarbeit

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die die größte Wirkung entfalten. Das zeigte sich auch bei der Fachtagung „Starkes Quartier! Gemeinsam Zukunft gestalten.“ am 19. Oktober. Dort präsentierten und vernetzten sich Menschen, die sich – meist hauptamtlich – für Wichlinghausen und Oberbarmen einsetzen. Auf besonderes Interesse stieß dabei die Tierpostkartenaktion von „prioA“. Denn die Karten sind inzwischen beliebte Sammelobjekte von Kindern. Und so spricht sich das Projekt ganz von selbst in den teilnehmenden Stadtteilen herum.

Neue Projekte bekannt machen und bei bestehenden eine Zwischenbilanz ziehen: Das waren zwei der Hauptziele der Fachtagung, die von WDR-Reporter Ede Wolff moderiert wurde und die im „Opera“ an der Schwarzbach stattfand. Rund hundert Gäste waren auf Einladung der Koordinationsstelle „Soziale Stadt“ in die Räumlichkeiten des Jobcenters gekommen. Denn selbst, wer sich gut im Quartier auskennt, hat trotzdem noch Fragen oder benötigt weitere Informationen. Am Vormittag gab es deshalb nach zwei Impulsreferaten eine Podiumsdiskussion, an der auch Quartiermanager Andreas Röhrig teilnahm.

Mittags wurden die Teilnehmenden dann in Workshops selbst aktiv. In vier Gruppen aufgeteilt hörten sie nacheinander eine Vorstellung jeweils eines neuen oder erfolgreichen Projektes im Rahmen der „Sozialen Stadt Oberbarmen/Wichlinghausen“. Anschließend sollten die Gruppen Fragen an die Verantwortlichen stellen und dann deren Fragen beantworten. So interessierte die Akteurinnen von prioA, wo sie ihre Tierpostkarten noch auslegen könnten. Ein Tipp aus dem Podium: Bei Ärzten. Denn dort gehen viele Menschen hin – und darum geht es bei prioA. Menschen sollen dort auf das aufsuchende Job-Coaching für junge Leute ab 16 Jahren aufmerksam werden, wo sie sich freiwillig aufhalten. Denn auch die Teilnahme ist freiwillig.

Das Prinzip der Freiwilligkeit zog sich wie ein roter Faden durch die vorgestellten Unterstützungsangebote für Menschen im Quartier. Neben prioA erfuhren die Gäste das Neueste über „Zuhause in Oberbarmen“, „75 Familien Plus“ und „PiO – Perspektiven in Oberbarmen“. An allen vier vom Europäischen Sozialfonds mitfinanzierten Projekten ist das Jobcenter mit verschiedenen Kooperationspartnern beteiligt.

Während es bei prioA darum geht, junge Menschen sogar zuhause zu Ausbildung und Jobchancen zu informieren, stehen bei „75 Familien Plus“ – wie der Name vermuten lässt – Familien im Vordergrund. Sieben Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen, wie Medizin oder Sozialpädagogik, unterstützen die Eltern, ein eigenverantwortliches Leben zu gestalten. Dabei soll unter anderem erreicht werden, dass diese Menschen dem Quartier etwas zurückgeben.

Das war das Stichwort für Quartiermanager Andreas Röhrig. „Wenn sich dabei Ideen ergeben, gemeinsam mit Anderen etwas für den Stadtteil zutun, können wir im Quartierbüro gern zu Fördermöglichkeiten informieren.“ Denn über den Verfügungsfonds stehen für Projekte, für die sich verschiedene Akteure zusammenschließen, Gelder bereit.

„PiO – Perspektiven für Oberbarmen“ läuft bereits seit 2015. Seitdem werden hier Menschen in unterschiedlichen Gewerken angelernt. „Zuhause in Oberbarmen“, der Nachfolger von „a casa dom“ ist ein Beratungsangebot für Zugewanderte aus EU-Ländern mit einem Ladenlokal an der Berliner Straße. Hier werden dringend Ehrenamtliche gesucht, die die Besucher zum Beispiel bei Behördengängen begleiten können.

 

Bei der gemeinsamen Abschlussrunde war das Fazit: Sehr viele Menschen engagieren sich hauptamtlich für eine „Soziale Stadt Oberbarmen/Wichlinghausen“. Beim bürgerschaftlichen Engagement gibt es jedoch Luft nach oben. Außerdem müssen sich alle Projekte in der Bevölkerung noch bekannter machen.