Wichlinghausen leuchtete

Viele Lichter geben dem Wichlinghauser  Lichterfest seinen Namen.

Erst war es die Herbstsonne, die den Platz rund ums Stadtteilzentrum Wiki hell erstrahlen ließ. Später waren es Kerzen, Fackeln und Laternen, die dem 3. Wichlinghauser Lichterfest seinen Namen gaben. Wie die zwei Male zuvor lockte das Fest nicht nur Nachbarn aus dem Quartier, sondern auch aus anderen Stadtteilen nach Wichlinghausen. Der Verein „Wir in Wichlinghausen“ (WiW) hatte mit der Mischung aus Nachbarschaftstreff, Kinderfest, Basar, Martinsumzug und Musikfestival genau den Zeitgeist getroffen.

Keine Frage: Die Stimmung war prächtig beim Lichterfest. Musikalisch umrahmt von der Wuppertaler Mundartband „OPA“, zu der auch Striekspoen-Sänger Paul Decker gehört, flanierten seit 14.00 Uhr die ersten Gäste auf dem ehemaligen Kirchhof an der Westkotter Straße. Um 16.30 Uhr, als dann der „Wichlinghauser Kinderchor“ auftrat, war es rappelvoll, denn es gab viel zu sehen, zu hören und zu genießen. Auf dem Platz rund um die alte evangelische Kirche, dem jetzigen Stadtteilzentrum Wiki, fanden sich jede Menge Stände mit Ess- und Trinkbarem. Im großen Festzelt boten Menschen aus Wichlinghausen im Rahmen eines Basars ihre Waren an. Vor allem Selbstgemachtes stand auf den Verkaufstischen. Ob gestrickt, gefilzt, genäht oder gekocht: Hier gab es viele kleine Geschenke für Weihnachten.

Kalender aus Wichlinghausen sind beliebt.

Am Stand von Jutta Hugo-Schnitzlohne, Inhaberin des gleichnamigen Schreibwarengeschäftes, konnten die Besucher außerdem zwei neue Wichlinghausen-Kalender erwerben. Einen im A4-Hochformat für 13,80 Euro bietet die Geschäftsfrau ganz exklusiv an: „Diesen habe ich selbst in Auftrag gegeben. Er ist nur bei mir im Geschäft erhältlich und in einer Auflage von 70 Stück gedruckt worden“, sagt die Wichlinghauserin. Der Kalender „Wichlinghausen gestern und heute“ zeigt historische Fotos aus dem Stadtteil, aber auch aktuelle, die Gudrun Stratmann geschossen hat. Für jeden verkauften Kalender spendet Jutta Hugo-Schnitzlohne einen Euro an „Wir in Wichlinghausen“. Der andere Kalender im Querformat ist eine Sammlung von Bildern von vier Wichlinghauser Künstlern: Frank Olikosky, Werner Renner, Richard Weiffenbach und Rainer Kruse. Er ist für 12 Euro an verschiedenen Verkaufsstellen im Stadtteil erhältlich.

Christel Simon (li.) und Kornelia Lüken beim Lichterfest.

„Die Vielfalt der Angebote zeigt, wie leistungsfähig Wichlinghausen ist“, lobt Kornelia Lüken von WiW und Organisatorin des Lichterfests. Auch Bezirksbürgermeisterin Christel Simon, die das Fest offiziell eröffnete, war begeistert: „Es ist richtig schön hier.“ Dieses Lob teilte Sozialdezernent Stefan Kühn, der sich die Zeit nahm, alles genau anzuschauen und der dabei mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kam.

Gespräche mit Nachbarn und Bekannten, die man vielleicht nur selten sieht, spielten eine wichtige Rolle beim Lichterfest, das über den Verfügungsfonds „Soziale Stadt Oberbarmen/Wichlinghausen“ gefördert wurde. Ob im Innenraum des Wiki, wo neben der Cafeteria direkt die Kinder-Arena ihre Türen geöffnet hatte, oder auf dem Kirchhof: Überall trafen sich Menschen zum Klönen. Nebenbei wurde geschnakert, also genascht. Das Speisenangebot war üppig und preiswert, wobei alle Reibekuchen nach zwei Stunden restlos verputzt waren. Wem vom vielen Reden die Kehle trocken geworden war, konnte sie mit Glühwein benetzen. Denn gegen die  Kälte musste man das rote Getränk nicht einsetzen, war es doch bis zur Dunkelheit ein warmer, freundlicher Tag. Erst nach dem Martinszug fing es an zu regnen. So kamen auch die Kinder noch auf ihre Kosten, die sehnsüchtig den Sankt Martin auf seinem Pferd erwartet hatten. „Dieses Jahr hat der Sankt Martin sogar einen roten Umhang an, der hier in Wichlinghausen genäht worden ist“, verrät Kornelia Lüken.

Bis zum Ende des Jahres hat der Verein „Wir in Wichlinghausen“ sich noch einiges vorgenommen. So soll es wieder einen Weihnachtsbaum und eine Nikolaus-Aktion geben. Außerdem ist der 2. Wichlinghauser Feierabend-Markt geplant, nachdem der erste im September sehr gute Resonanz erzielt hat. Ein Datum steht aber noch nicht fest. Angedacht ist, so sagt Kornelia Lüken, die erste oder zweite Dezemberwoche.