„Kulturcafé“ läutet den Abschied ein

Drei Jahre gibt es bald das Projekt „Perspektiven in Oberbarmen“. Gefördert wird es über „Bildung Wirtschaft Arbeit im Quartier“, kurz BIWAQ. Im November läuft die Förderung aus. Dann haben  rund 170 Personen eine niedrigschwellige Qualifizierung erhalten. Um noch einmal mit den Menschen im Quartier ins Gespräch zu kommen, luden die aktuellen Teilnehmerinnen der Hauswirtschaftsgruppe beim Verein Alpha e.V. zum Kulturcafé in die Stadtteilbibliothek Wichlinghausen ein.

Rund zwei Millionen Euro standen für die Qualifzierungsmaßnahmen in den Bereichen Hauswirtschaft, Garten-, Landschaftsbau und Radbahnhof zur Verfügung. Zwischen sechs und zwölf Monate wurden die Menschen, die meistens keine oder nur sehr geringe Deutschkenntnisse hatte, beim Verein Alpha e.V., der GBA und beim Wichernhaus betreut. „Wir haben eine reguläre Ausbildung zur Hauswirtschafterin bei uns. Da konnten die Damen teilnehmen und haben zusätzlich Deutschunterricht erhalten“, berichtet Leonie Zimmermann von Alpha. Dass in Wichlinghausen ein Kulturcafé angeboten wird, geht auf gute Kontakte zwischen dem Verein und Judith Steinhard von der Stadtteilbibliothek zurück. „Wir wollten die Bibliothek mit den Teilnehmerinnen sowieso besuchen, um ihnen die Angst zu nehmen“, erzählt Manuela Seidler-Bessi, ebenfalls von Alpha. Denn die Bücherei habe für viele Frauen etwas von einem Amt: „Man braucht einen Ausweis. Das wirkt wie eine Behörde.“ Und warum sollte man nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden? So entstand die Idee zum Kulturcafé. „Die Teilnehmerinnen wollten die Nachbarn zum Kennenlernen einladen und haben deshalb etwas zu essen und zu trinken mitgebracht“, ergänzt Manuela Seidler-Bessi. Dattelmilch, Minzlimonade, marokkanischer Minztee und Kaffee wurden kostenlos gereicht. Kekse standen bereit. Jeder konnte sich bedienen. In einem Kochbuch, das zum Kauf auslag, hatten ehemalige Teilnehmerinnen die Rezepte für die Getränke, Knabbereien und auch für andere Leckereien aus ihren jeweiligen Heimatländern gesammelt.

Eine Verlängerung des Projektes nach den drei Jahren ist nicht möglich. Die Fördergelder sind zeitlich befristet. Für viele Menschen im Wuppertaler Osten waren die drei Teilprojekte von „Perspektiven in Oberbarmen“ ein wichtiger Einstieg zur sozialen Teilhabe. „Manche unserer Frauen waren vorher noch nie aus ihrer Community herausgekommen. Hier haben sie Selbstbewusstsein entwickelt“, sagt Leonie Zimmermann. „Dass bei uns eine reguläre Ausbildung läuft du sie dort Deutsch sprechen müssen, bringt ihnen sehr viel.“ Ein großer Teil der Damen hätten im Anschluss an das BIWAQ-Projekt direkt mit einem Deutschkurs angefangen. „Ein paar konnten wir auch in Arbeit vermitteln, vor allem in die Gastronomie.“

Im November soll es eine große BIWAQ-Abschlussfeier mit vielen Ehemaligen geben. Um die Organisation kümmert sich das Jobcenter, das sich auch um die Akquise der Fördergelder gekümmert hatte.