Halstenbach Park eröffnet

Er sei das wiederentdeckte Juwel des Stadtteils mit Entwicklungspotenziel. So bezeichnete Sozialdezernent Stefan Kühn den Halstenbach Park in Wichlinghausen bei der offiziellen Einweihung am 7. September. 205.000 Euro hat die Neugestaltung des Areals zwischen den Straßen Am Diek und Königsberger Straße gekostet. 80 Prozent davon kamen über das Förderprojekt „Soziale Stadt Oberbarmen/Wichlinghausen“. Bei der Übergabe des neugestalteten Parks an die Öffentlichkeit waren auch zahlreiche Anwohner*innen des benachbarten Altenheims anwesend. Denn Vertreter*innen des Altenheims „Am Diek“ hatten, ebenso wie andere Nachbarn, im Februar 2017 an einer Bürgersprechstunde im und zum Park teilgenommen. Damals konnten Interessierte ihre Ideen und Vorstellungen für die Fläche einbringen, die stark überwachsen war. Vor allem ein Wetterschutzpavillon war den Teilnehmer*innen ein Dorn im Auge: Häufig würden sich dort bis in die Nacht hinein lärmende Jugendliche aufhalten, kritisierten sie.

Deshalb wurde der auf der kreisförmigen kleinen Platzfläche vorhandene Wetterschutzpavillon rückgebaut. Stattdessen erhielt die Fläche im Mittelpunkt als gartenarchitektonisches Element einen Solitärbaum. Die frischgepflanzte Linde soll in Kürze  mit einer Rundbank umgeben werden. Auch weitere Bänke sind eingeplant. „Die Wegeführung im unteren Parkbereich erschließt die kreisförmige Platzfläche über einen barrierefreien Rundweg, der auch den Bewohnern des Altenheims „Am Diek“ zu Gute kommt, da das Altenheim über keine größeren Freiflächen verfügt.“ Das hatte Frank Zlotorzenski vom Grünflächenamt der Stadt schon bei den Planungen angekündigt. Das Ergebnis entspricht genau seinen Plänen.

Auch die Bewohner*innen des Altenheims Am Diek freuen sich über den neugestalteten Park.

Durch den rutschhemmenden Bodenbelag können auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen die neuen Spazierwege sicher nutzen. Außerdem sind die Wege breit genug, dass Eltern mit Kinderwagen oder Senior*innen mit Gehhilfen dort nebeneinander gehen können. Denn dass der Park von allen Generationen genutzt werden soll, betonte Stefan Kühn in seiner Eröffnungsrede: „Der Halstenbach Park ist ein Treffpunkt für alle Generationen.“

Die Villa Halstenbach am Diek

Auch auf die Namensgebung ging der Sozialdezernent ein. So erläuterte er, dass der Park nach Carl Wilhelm „Willy“ Halstenbach benannt wurde, dem die Villa vorne an der Straße Am Diek gehört hatte und der 1923 ursprünglich den Park angelegt hat. Sein Sohn Hanns hatte das Grünareal in den 1960er Jahren neu gestaltet und vergrößert.

Die Familie wünschte sich einen öffentlichen Park. Inzwischen gehört der Park der Stadt Wuppertal. Der ursprüngliche Park war von dem bekannten Gartenkünstler Joseph Clemens Weyhe aus Düsseldorf gestaltet worden. Darauf hatte der Förderverein Historische Parkanlagen Wuppertal e.V. die Bezirksvertretung Oberbarmen hingewiesen, die sich ebenfalls an der Neuplanung des Parks beteiligte. Der Förderverein hatte auch den Vorschlag zur Namensgebung unterbreitet, dem die BV gern gefolgt sei, wie Bezirksbürgermeisterin Christel Simon berichtete.

Der Halstenbach Park liegt am Klaus-Brauda-Weg.

Denn das Besondere an Willy Halstenbach war sein Widerstand gegen die Nazis: „Willy Halstenbach gehörte zur Bekennenden Kirche“, betonte Stefan Kühn. Das heißt: In seinem Haus trafen sich Christen, die ihren Glauben gegen das Naziregime verteidigten und Juden das Leben retteten. Nach dem Krieg wurde in der Villa Halstenbach der Vorläufer  der heutigen CDU gegründet. Ein Gründungsmitglied war Klaus Brauda, nach dem der Weg benannt ist, der vom Diek zum Halstenbach Park führt. Mit den Worten „Um es politisch wieder auszugleichen“, kündigte Stefan Kühn einen weiteren prominenten Besucher der stattlichen Wichlinghauser Villa an: Der spätere Bundespräsident Johannes Rau (SPD), der aus Barmen stammte, war hier ein gern gesehener Gast.

Auf einer Tafel, die Stefan Kühn und der Projektleiter des Parkumbaus, Jan Schulz, auf einen Stein montierten, wird darauf hingewiesen, dass der Park bis zu diesem Jahr als „Klaus-Brauda-Park“ bekannt war. Die Geschichte der stattlichen Villa am Diek 47, die 1806/7 von Johann Peter (II) Mittelsten Scheid errichtet wurde, ist auf einer Tafel nachzulesen, die vorne am Eingangstor angebracht ist.