Mit Ehrenamt „etwas Sinnvolles tun“

„Engagement leben – Sinn geben.“ So lautet das Motto der diesjährigen Woche des bürgerschaftlichen Engagements. Warum übt man eigentlich ein Ehrenamt aus? Und welches Ehrenamt passt zu mir? Über diese und ähnliche Fragen unterhielten sich Ehrenamtliche und solche, die es werden wollen, bei Kaffee und Kuchen im Quartierbüro VierZwoZwo.

Die Quartiermanagerinnen Eva Lünenschloß und Stefanie Rolf moderierten das gemütliche und informative Beisammensein, bei dem die Vielfalt des bürgerschaftlichen Engagements in der Sozialen Stadt durch die Anwesenden beeindruckend aufgezeigt wurde. „Das Ehrenamt nimmt hier einen besonderen Stellenwert ein und bereichert die Stadtteile Oberbarmen und Wichlinghausen und die Gemeinschaft auf besondere Weise“, meint Eva Lünenschloß bei ihrer Begrüßung.

Damit sich alle erst einmal kennen lernen konnten, gab es zu Beginn eine lebhafte Vorstellungsrunde. Darüber hinaus waren Steckbriefe von weiteren Ehrenamtlern aus dem Quartier ausgehängt, die nicht persönlich anwesend waren, aber so trotzdem interessante Einblicke in ihr Ehrenamt geben konnten. Es wurde schnell klar, dass die meisten nicht nur ein, sondern gleich mehrere Ehrenämter bekleiden. Ob Vorlesepaten in Schule oder Kita, Seniorensicherheitsberaterin, kirchlich oder sportlich engagiert – wer einmal anfängt, sich für die Gesellschaft einzubringen, der kann meist davon nicht lassen. „Es gibt Jobs, die sind einfach unkündbar“, scherzte Burkhard Rücker, der seine Ehrenämter teilweise seit Jahrzehnten ausübt und ihre Zahl nicht mehr an einer Hand abzählen kann. Wolfgang Flasche hatte Ähnliches zu berichten: 30 Jahre war er in mehreren Funktionen bei der evangelischen Kirchengemeinde aktiv. Heute hat er größere Posten abgegeben, ist aber weiterhin überall dabei, wo er Gutes für Wichlinghausen tun kann. „Ich liebe Wichlinghausen“, sagt er. Margit Hahn wohnt und wirkt in Langerfeld, wo sie unter anderem Kinder einer Grundschule durch den Stadtteil führt. Aber das ist noch das Ehrenamt mit dem geringsten Zeitaufwand. Als Vorsitzende des Bürgervereins ist sie beinahe Vollzeit ehrenamtlich.

Aber wie findet man eigentlich das passende Ehrenamt? Petra Spies war früher im Fußballverein ihres Sohnes engagiert. Heute unterstützt sie als Hospizhelferin totkranke Menschen. Gesucht hat sie danach nicht. Sie wurde gefunden: „Das Ehrenamt findet einen. Es springt einen förmlich an. Man braucht es gar nicht zu suchen“, meint sie. Je nach Lebenssituation seien es durchaus unterschiedliche Interessen. Seit einigen Jahren ist Petra Spies beim Hospizdienst, „weil ich im Ruhestand etwas Sinnvolles tun will.“ So wie ihr geht es vielen Senior*innen. Das bestätigten die Anwesenden. Doch auch jüngere Menschen bringen sich gerne ein.

Verena Hagemann ist neu in Wichlinghausen. Sie sucht noch ein Ehrenamt neben ihrem Vollzeitjob. „Ich möchte gern etwas mit Kindern oder Jugendlichen machen, am liebsten im Bereich berufliche Bildung oder Hausaufgabenbetreuung.“ Die Teilnehmenden der Ehrenamts-Runde im Quartierbüro zeigten sich sichtlich erfreut. Der jungen Frau kann doch geholfen werden! Und kurz darauf hatte Verena Hagemann ihr erstes Kennenlerngespräch im Jugendzentrum.

Älteren Menschen helfen möchte Birgit Pagenberg. Nach langer Krankheit sucht sie den Weg zurück ins soziale Leben. Da sie noch recht neu in Wuppertal ist, kennt sie nicht viele Leute. Ein Ehrenamt erscheint ihr da der beste Weg. „Ehrenamt ist immer eine gute Sache. Das ist eine Win-Win-Situation. Ich gebe etwas von meiner Zeit. Dafür bekomme ich soziale Kontakte zurück“, nennt sie ihre Beweggründe. Sie erhält direkt diverse Adressen und Namen von Ansprechpartner*innen.

Nach dem formellen Teil der Veranstaltung, tauschte sich die Ehrenamts-Runde weiter rege aus: Über die eigene Motivation und Begeisterung, die Grenzen des Ehrenamtes, die Anerkennung und Wirkung des Ehrenamts und die vielfältigen Einsatzgebiete, die es hier in Wichlinghausen und Oberbarmen gibt. Alle waren sich einig: ein Ehrenamt bringt viel Freude und Zufriedenheit.