Gemeinsam für Seniorensicherheit

Seniorensicherheit ist ihnen wichtig: Dietmar Elze, Stefanie Rolf, Ingrid Haas und Mechthild Bach

Gesundes Misstrauen und Kontakte in der Nachbarschaft: Das sind zwei einfache Mittel gegen Trickbetrüger. Damit Senior*innen in Wichlinghausen und Oberbarmen nicht auf deren Maschen hereinfallen, hatte das VierZwoZwo Quartierbüro einen Informationsnachmittag mit Theaterstück, Diskussion und Beratung organisiert. Die Resonanz war groß: Aus ganz Wuppertal waren Interessierte in die Färberei nach Oberbarmen angereist. Für die Beteiligten ein Zeichen, dass das Thema sehr wichtig ist.

Die Zahl der Gäste spiegelte interessanterweise eine wichtige Information des Nachmittags wider: 110. Denn 110 ist natürlich der Notruf der Polizei. „Rufen Sie an, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt. Unter dieser Nummer wird Ihnen geholfen“, betonte Angelika Platthaus von der Polizei in Köln. Gemeinsam mit dem Altentheater Köln hat sie ein Theaterstück entwickelt, das – gefördert vom Landespräventionsrat – nun in Oberbarmen aufgeführt wurde. Die Senioren auf der Bühne spielten Szenen, wie jeder sie kennt oder sich vorstellen kann, selbst zu erleben. Denn eins wurde ganz schnell klar: Opfer eines Trickbetrügers kann jeder werden. „Mir ist es passiert!“, gaben die Schauspieler offen zu. Aber wer würde sonst so freimütig darüber reden, wenn ihm mittels Trickbetrug viel Geld gestohlen würde?

Angelika Platthaus (li), Stefanie Rolf (Mitte stehend) und Mechthild Bach (mit Mikro) diskutierten mit den Anwesenden über Trickbetrügereien.

Und genau das ist das Problem, weiß auch Ingrid Haas. Sie ist die neue ehrenamtliche Seniorensicherheitsberaterin für den Bereich Barmen/Wichlinghausen. „Ich schäme mich“, hat sie schon öfter von Opfern gehört. Damit ältere Menschen aber gar nicht erst zu Opfern werden, bietet die Kriminalpolizei Wuppertal eine vorsorgliche Beratung an. Mechthild Bach koordiniert das Team Kriminalprävention, zu dem auch Ingrid Haas gehört. Unter Telefon 284-1801 oder per EMail unter k.praevention.wuppertal@polizei.nrw.de können interessierte Einzelpersonen oder auch Gruppen Beratungstermine ausmachen. In der Beratung erklären Ehrenamtliche wie Ingrid Haas dann, welche Tricks es so gibt und wie man sich am besten schützt – wobei sich die Betrüger immer wieder Neues einfallen lassen.

Bei merkwürdigen Anrufen hilft nur auflegen. Foto: Polizei Köln

Die wichtigsten Tricks präsentierte das Kölner Altentheater schön anschaulich. Da wäre zum Beispiel der sogenannte Enkeltrick. Da meldet sich eine Person telefonisch und behauptet, in einer Notlage zu sein und dringend Geld zu brauchen. Dabei muss es aber nicht zwingend der Enkel sein, der sich angeblich meldet. Auch als ehemalige Freunde oder entfernte Verwandte geben sich Kriminelle gern aus. Manche stehen sogar persönlich vor der Tür – sogar mit Blumenstrauß – und behaupten, ein alter Klassenkamerad zu sein. Wer weiß nach 50 Jahren schon noch, wie der ausgesehen hat? Ebenfalls ein beliebter Trick: Gewinnversprechen am Telefon à la „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen.“ Höflichkeit ist hier nicht gefragt, sondern hier hilft nur eins: auflegen am Telefon bzw. die Tür zumachen.

Handwerker, die behaupten, in der Wohnung etwas reparieren zu müssen, aber nicht bestellt oder vom Vermieter angekündigt worden sind, sollten einen ebenfalls stutzig machen. Statt sie einzulassen, sollte man bei Nachbarn, der Firma des Handwerkers oder dem Vermieter fragen, ob tatsächlich etwas repariert werden muss. Falls ja: Unterstützung holen. Den Handwerker nicht allein in der Wohnung herumgehen lassen.

Wer niemals an der Tür klingelt oder anruft und Geld oder Wertsachen verlangt, ist die Polizei. „Das ist jetzt gerade brandaktuell“, erzählt Polizeihauptkommissar der Wichlinghauser Polizeiwache, Dietmar Elze. „Da ruft jemand an und hat die Nummer 110. Derjenige behauptet von der Polizei zu sein und Geld und Wertsachen der Person in Sicherheit bringen zu müssen, weil eine Straftat geplant sei.“ Bereits in der vergangenen Woche seien zwei Seniorinnen in Wuppertal auf diese Betrugsmasche hereingefallen. „Die Polizei ruft niemals mit der 110 im Display an“, macht Elze noch einmal sehr deutlich.

Wer etwas Auffälliges bemerkt oder befürchtet, von Trickbetrügern kontaktiert worden zu sein, soll sich dringend und umgehend bei der Polizei melden. Statt des Notrufs 110 kann man auch die nächstgelegene Polizeiwache anrufen. Für den Bereich Oberbarmen ist dies die Wache am Wichlinghauser Markt, wo Dietmar Elze und seine Kollegen arbeiten. Hier lautet die Telefonnummer 284-6270. Und natürlich kann man alle Netzwerkpartner für Seniorensicherheit persönlich ansprechen, wenn man sie im Stadtteil sieht. Auch Quartiermanagerin Stefanie Rolf ist auf vielen Veranstaltungen anzutreffen oder im Quartierbüro an der Tütersburg 4.