Einweihung mit Promi-Besuch

TV-Star Henning Baum (li) und Simal Yilmaz freuen sich mit Pastor Marcus Schneider über das Jugendzentrum.

Das wohl erste „soziale Fitnessstudio Deutschlands mit eigenem Pastor“ wurde am Samstag, 31.8.2019, der Öffentlichkeit präsentiert. „Mutig & Stark“ sind Motto und Name des Jugendzentrums, das über die „Soziale Stadt Oberbarmen / Wichlinghausen“ gefördert wurde. Zur Einweihung an der Wittener Straße 31a kam auch TV-Star Henning Baum. Für Pastor Marcus Schneider von der Christus Gemeinde Wuppertal (CGW) ist das neue Jugendzentrum eine Herzensangelegenheit. Schon vor Jahren hatte der Theologe, der selbst Bodybuilder und stark tätowiert ist, die Idee, ein Fitnesscenter zu errichten, das für alle offen ist. Hier sollen die Jugendlichen nicht nur körperlich gestärkt werden, sondern auch seelisch – unabhängig von einer Religion. „Wir können nicht alle Menschen retten, aber vielleicht ein paar“, sagte Pastor Marcus bei der Einweihung von „Mutig & Stark“.

Das Jugendzentrum konnte mit Fördergeldern realisiert werden.

Beim Sozialwerk der CGW fand er Menschen, die seinen Traum teilen von einem „Gym“ (kurz für das englische Wort „Turnhalle“) als Anlaufstelle für Jugendliche mit Problemen. Aber wie sollte so ein riesiges Projekt finanziert werden? Schließlich musste nicht nur ein Gebäude gekauft werden, sondern auch das Inventar. Richtig gute Fitnessgeräte kosten eine Menge Geld. Wo sollte das herkommen? Und natürlich brauchte es Handwerker und Planer. Letztere fanden sich beim Sozialwerk. Ein Team kümmerte sich mit Marcus Schneider um Konzeption und Realisierung der „Jugend-Aktiv-Einrichtung“, wie es anfangs noch ein wenig sperrig hieß.

Einweihung mit Band

„Einer der spannendsten Momente in der Planung war der, als wir vor rund vier Jahren unsere Idee einer Dame von der Stadt präsentierten. Sie hörte sich das an und sagte dann, sie könne sich eine Förderung von 80 Prozent vorstellen“, berichtete Reiner Theis vom Sozialwerk, der die Unterstützung durch die Stadt Wuppertal, insbesondere durch das Zentrale Fördermanagement (ZFM) und die Koordination des Förderprogramms „Soziale Stadt“, lobte. Damit war das Planungsteam einen ganzen Schritt weiter. Denn nun stand ein Großteil der Finanzierung. Es mussten nur noch entsprechende Anträge gestellt und Unterlagen eingereicht werden.

Quartiermanager Andreas Röhrig testet die Geräte.

Wie gut, dass es dabei Unterstützung von Profis gab. Mit Hilfe von Quartiermanager Andreas Röhrig vom VierZwoZwo Quartierbüro (in Trägerschaft der Diakonie Kinder – Jugend – Familie) schrieben Schneider, Theis und die anderen Visionäre alsbald Anträge auf finanzielle Unterstützung. Die Städtebauförderung „Soziale Stadt Oberbarmen / Wichlinghausen“ von Bund, Land und Stadt steuerte schließlich rund 340.000 der 480.000 Euro Baukosten bei. Etwa 140.000 Euro brachte das Sozialwerk, das nun den Namenszusatz „Ankerplatz“ trägt, in Form von (ehrenamtlicher) Arbeit und Geld selbst ein. So hat die Architektenleistung, die Reiner Theis ohne Bezahlung erbrachte, einen Wert von 25.000 Euro. „Etwa 50 Personen, vom Jugendlichen bis zum Geschäftsmann, haben hier mitgeholfen“, erzählte Marcus Schneider vor gut 200 Gästen und musste mit Tränen der Rührung kämpfen. „Tätowierte heulen nicht“, scherzte er, bevor er sich die Augen abtupfte.

Alte Haken gehören zum Retro-Stil.

Dass Pastor Marcus ein echtes Vorbild für Jugendliche sei, findet der bekannte TV-Schauspieler Henning Baum („Der letzte Bulle“). Denn Marcus sei ein cooler Typ, der mithalten könne mit den Meinungsmachern im Internet. „Wichtig ist, dass die jungen Leute die richtige Botschaft hören. Hier kriegen sie was mit Substanz“, lobte der gebürtige Essener.

 

Simal Yilmaz und Reiner Theis (rechts)

Der sportliche Schauspieler hatte von der neuen Jugendeinrichtung inklusive Fitnessstudio und von Marcus Schneider gehört und war ganz gespannt darauf, beide einmal live zu sehen. Also begleitete er seinen Freund Simal „Simmy“ Yilmaz, den Hauptsponsor von „Mutig & Stark“, zur Einweihung nach Wuppertal. Der Chef von „GYM 80“ hat Fitnessgeräte im Wert von 300.000 Euro gespendet. „Zum Teil sind das Geräte, die gerade erst auf der Messe vorgestellt worden sind“, sagt Reiner Theis mit Freude. So gebe es nun eine viel bessere Ausstattung, als eigentlich geplant: „Wir hatten in der Kostenplanung mit einigen Neugeräten, aber auch mit gebrauchten kalkuliert.“

Neue Sportgeräte warten auf Nutzer*innen.

Damit ist die Jugendeinrichtung auch vom Inventar her top ausgestattet. Die modernen Geräte bilden einen gewollten Kontrast zum Retro-Stil der ehemaligen Fabrikhalle mit ihren Backsteinwänden und Kranhaken an der Decke. Ein Besuch lohnt sich und Gäste sind immer herzlich willkommen, „egal, ob tätowiert oder blank“, so Marcus Schneider.

 

 

Die Jugend-Aktiv-Einrichtung startet am 31. Oktober 2019 ganz offiziell mit dem Betrieb des Fitnessstudios. Bis dahin müssen noch die Sanitäranlagen fertiggestellt werden. Anmeldungen sind aber jetzt schon möglich. Weitere Informationen gibt es hier.

Das Logo der neuen Einrichtung ist auf jedem Fitnessgerät zu sehen.