Sie haben den Praxistest gerockt

Mitten im Kiez rockte das erste Wichlinghauser Open Air Festival und bewies: Hier geht was!OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Kooperation von Kalle Waldingers Rockprojekt und der Förderschule Lentzestraße war ein Erfolg für alle Beteiligten.

Am 20. Juni war es endlich soweit: Auf dem Hof der Schule an der Bartholomäusstraße startete das Open Air Festival Wichlinghausen unter dem Titel „Startbahn Ost“. Hierfür hatten sich das Rockprojekt Wuppertal, Verein für Jugend und Kultur e.V. und die Förderschule Lentzestraße zusammengetan.
Die Schule nutzt seit einiger Zeit das alte Gebäude an Bartholomäusstraße mit seinem Hof an der Feldstraße für besondere Projekte. So steht hier z.B. der Holzbackofen, der aus Mitteln des Verfügungsfonds der “Sozialen Stadt” angeschafft wurde. Dieses Projekt ist Teil der Berufsvorbereitung an der Schule Lentzestraße: SchülerInnen der Praxisklassen lernen Brot und Backwaren auf traditionelle Weise herzustellen und zu verkaufen.

Gesucht und gefunden

Auf Vermittlung durch das VIER ZWO ZWO stieß Kalle Waldinger auf die kreativen Konzepte der Schule und lernte den Leiter, Gerd Flick, kennen. Das Rockprojekt suchte einen Ort für das Open Air Festival und einen Kooperationspartner. So kamen zwei Institutionen im Stadtteil erstmals zusammen – und verstanden und ergänzten sich auf kongeniale Weise.

Der Schulhof wurde zur Rock-Bühne auserkoren, auf der sage und schreibe 15 Bands auftraten. Mit den Bäumen und der schönen Backsteinumgebung schuf dieser Ort ein tolles Ambiente. „Das ist ein wunderbarer Platz für uns; etwas schwierig zu finden in einem versteckten Kiez, aber das kann sich hier einbürgern“, befand Kalle Waldinger.

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Die SchülerInnen der Lentzestraße wiederum kümmerten sich um die Versorgung der Festivalbesucher. Der Holzbackofen war im Dauereinsatz und stellte mit einer aufsteigenden Rauchfahne sicher, dass man den Schulhof auch als Ortsunkundiger fand.

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Praxis als wichtige Erfahrung

„Das war ein ernsthafter Praxistest für unsere Jugendlichen“, erklärte Gerd Flick. „Mit dieser Kooperation hatten sie die Gelegenheit, sich öffentlich darzustellen mit dem, was wir hier einüben. Und sie haben erlebt, dass sie es können! Das war heute eine wichtige Selbsterfahrung. Wir sind alle sehr stolz!“

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Die Förderung von Kindern und Jugendlichen ist auch ein Ziel des Rockprojektes. Kalle Waldinger beschrieb, „dass man die Kids und ihre Tätigkeiten ernst nehmen muss. Wenn sie Interesse am Musikmachen zeigen, dann muss man das rasch aufgreifen und begleiten. Sonst kommt das nächste Hobby – oder etwas Anderes, weniger Positives.“

Das Rockfestival bewies, dass das funktioniert: So begegnete Kalle kürzlich ein paar Jungs, die gerne mal in einer Band spielen würden. Er lud sie in die Villa Rock ein, wo sie zwei Wochen lang probten – und beim Open Air standen sie bereits auf der Bühne.

Macht´s nochmal

„Hier ist soviel Potenzial im Quartier, in unserer Villa Rock proben schon jetzt 15 Bands; wir platzen aus allen Nähten“, so Waldinger. „Aber das macht einen Riesenspaß und es macht glücklich, wenn man die Kids erlebt. Alle haben heute wunderbar gespielt; wir hatten ein Line-Up wie Orgelpfeifen, von den ganz jungen Kindern bis hin zu professionellen Bands wie 21 Gramm, Dickes Gebäude und schließlich Mente.OLYMPUS DIGITAL CAMERA Im Übrigen war das eine großartige Kooperation mit der Förderschule, wir sind rundum zufrieden!“

Das fand auch Gerd Flick: „Mit solchen Projekten werden wir zum sichtbaren Teil des Stadtteils; das ist uns wichtig. Und unsere SchülerInnen können sich mit breiter Brust mit unserer Schule identifizieren. Das ist wunderbar!“
Und Kalle ergänzte: „Wir sind uns einig: Wenn wir dürfen, machen wir das wieder!“

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