Verfügungsfonds: Peter haut ab!

Der Titel eines neuen Projekts ist zugleich eine augenzwinkernd-liebevolle Verabschiedung von einem Protagonisten der Sozialen Stadt .


In der ersten Beiratssitzung des Verfügungsfonds in 2016 wurden zahlreiche neue Projekte bewilligt. Am Schluss verkündete Peter Ritting seinen Eintritt in den vorzeitigen Ruhestand.

Zunächst wurde über eine Nachbezuschussung der Videoinstallationen von Kai Fobbe rund um den Wichlinghauser Markt entschieden. Es hatte sich gezeigt, dass die Videoprojektion auf das Stadtteilzentrum WiKi in der ursprünglich geplanten Form nicht realisierbar ist. Die nun gefundene Alternative funktioniert nur mit einem deutlich stärkeren Beamer – der aber ist ebenso deutlich teurer als das angedachte Modell. Damit entsteht eine Unterdeckung des Projekts. Um die letzte von insgesamt drei Installationen fertigstellen zu können, bewilligte der Beirat die Finanzierung der Unterdeckung. Dazu stehen noch Mittel aus der ersten Förderphase zur Verfügung. Alle drei Projektionsgeräte verbleiben auch nach Ende der Aktion (2017) im Besitz von Nordstädter Bürgerverein und Wir in Wichlinghausen (WiW e.V.) als Träger des Projekts und können dann für andere Konzepte genutzt werden.
Dem WiW e.V. wurden für die diesjährige Sommer-Pflanzaktion am Wichlinghauser Markt die beantragten Mittel zur Anschaffung von Pflanzen ebenfalls genehmigt.

Heiko Schnickmann vom Bergischen Geschichtsverein plant eine Reihe unter dem Titel „Wichlinghauser Vorträge“. Mit interdisziplinären, anspruchsvollen Themen und Referenten soll damit das Image des Quartiers in der Stadt verbessert werden. Die beantragten Mittel dienen dabei vor allem dem stadtweiten Marketing und der Bewerbung der Veranstaltungen. Die Vorträge sollen schließlich auch in einem Sammelband veröffentlicht werden. Die „Wichlinghauser Vorträge“ sind ein langfristiges Projekt – die vom Beirat beschlossene Förderung versteht Heiko Schnickmann als Anschubfinanzierung. Künftig sollen Sponsoren für die Fortführung gewonnen werden.

Der SkF (Sozialdienst katholischer Frauen) arbeitet u.a. „vor Ort“, zum Beispiel mit den Menschen, die sich täglich auf dem Berliner Platz am Kiosk treffen. Mit dieser Gruppe wird der SkF das Trafohäuschen verschönern: Es wird neu verputzt, grundiert und dann mit „Scherenschnitten“ versehen. Motive für diese Bilder orientieren sich am Thema „WSV“, der hier kooperiert. So werden etwa Fotos vom Aufwärmtraining der Fußballspieler gemacht und zur Vorlage für die Scherenschnitte genommen.
Bernd Schäckermann vom Bürgerforum Oberbarmen sieht die Bewilligung dieses Antrages als „Vorfinanzierung“. Denn die einst avisierten städtischen Mittel zur Verschönerung des Berliner Platzes sind nach Auskunft des zuständigen Dezernats „nicht mehr vorhanden“. Das Bürgerforum wird dem nachgehen und versuchen, diese Verschönerungsaktion nachträglich aus dem städtischen Topf finanzieren zu lassen.

Die OASE ist längst ein Begriff, und das im ganzen Stadtgebiet (und darüber hinaus). Ursprünglich in den heutigen Räumen des Wi4U am Wichlinghauser Markt beheimatet, ist sie im letzten Jahr zu einer mobilen Einrichtung in einem Bauwagen in Oberbarmen geworden. Die integrative, künstlerische und die Menschen aufsuchende Arbeit der Oase wird nun verstetigt: Der Finanzierung des Projekts für eineinhalb Jahre mit zahlreichen Sub-Projekten wie „Straßenchor“, „Film“, „Theaterperformance“ u.a. hat der Beirat zugestimmt. Künftig wird die Oase sich beiden Quartieren, Oberbarmen und Wichlinghausen, widmen und Menschen ein Forum bieten, die mit herkömmlichen Projekten nicht mehr erreicht werden.

Fehlt noch „Peter haut ab“: So lautet der Titel eines vom Beirat genehmigten Projekts der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Wichlinghausen. Er leitet sich aus dem berühmten Gleichnis „vom verlorenen Sohn“ ab. Eine Woche lang in den Sommerferien werden 20 Kinder von sechs bis elf Jahren zu ganztägigen Workshops und Aktionen eingeladen, die vor allem eines sollen: Spaß machen. Spielerisch werden Themen wie „Meine Rolle in der Familie“, „Freunde“ oder „Arbeit“ behandelt. Ein Höhepunkt wird ein Workshop an der Parkouranlage sein.
„Freunde“ und „Arbeit“ sind Stichworte, die auch zum Abschied von Peter Ritting passen. Der Mitarbeiter des Ressorts Kinder, Jugend und Familie war der Ansprechpartner des Beirats und des Quartierbüros und für die Koordination der Stadtteilentwicklung, Projekt Soziale Stadt Oberbarmen/Wichlinghausen zuständig. In unseren Stadtteilen hat Peter Ritting in dieser Zeit viel für das Quartier gearbeitet – und zahlreiche Freunde gewonnen. Mit herzlichem Beifall wurde er aus seiner letzten Sitzung vom Beirat verabschiedet.

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Alles Gute, Peter Ritting!