Quartierbüro zu Gast im Bürgerforum

Andreas Röhrig und Iris Coslan informierten über die Soziale Stadt.

Was macht eigentlich das VierZwoZwo Quartierbüro? Diese Frage hören die vier dort Mitarbeitenden immer wieder. Auf Einladung des Bürgerforums Oberbarmen stellte Quartiermanager Andreas Röhrig das weite Aufgabenfeld vor. Dabei erklärte er auch, was die „Soziale Stadt Oberbarmen / Wichlinghausen“ schon bewirkt hat.

Zunächst fasste Iris Colman, Leiterin der Färberei, wo das Bürgerforum beheimatet ist, die Historie der „Sozialen Stadt Oberbarmen / Wichlinghausen“ zusammen. „Das fing alles ganz dramatisch damit an, dass die Stadt in den Sparmodus versetzt wurde.“ Deshalb lagen Projekte, die über die Soziale Stadt hätten gefördert werden sollen, auf Eis – der Eigenanteil durfte nicht bezahlt werden. Bis 2012 dauerte es, bis das Förderprogramm dann doch in den Wuppertaler Osten kam. Und weil es in Oberbarmen und Wichlinghausen eine zentrale Stelle geben sollte, die sich um die Kommunikation zwischen Bürger*innen und Verwaltung sowie eine bessere Nachbarschaft kümmert, wurde das Quartierbüro eingerichtet. Dafür konnten sich soziale Träger mit einem Konzept bewerben. Die Diakonie erhielt den Zuschlag.

Die Färberei war Veranstaltungsort des Bürgerforums. (Foto: Färberei)

Eine der wichtigsten Aufgaben der Quartiermanager*innen ist es, die Menschen im Viertel zu aktivieren und zu beteiligen. „Man muss ins Gespräch kommen, damit Veränderung im Stadtteil beginnen kann“, verdeutlichte Andreas Röhrig. Die Menschen sollten wissen, dass sie selbst Wünsche äußern dürften, was in Wichlinghausen und Oberbarmen verändert werden sollte. „Deshalb sind wir viel zufuß im Bezirk unterwegs, um mit den Bewohner*innen zu sprechen.“ Dass dies – allein schon wegen der Menge der Menschen – anspruchsvoll ist, konnten die Gäste beim Bürgerforum gut nachvollziehen. „Hier leben über 30.000 Menschen aus 110 Nationen“, berichtete Bezirksbürgermeisterin Christel Simon. Denn eigentlich seien Wichlinghausen und Oberbarmen zwei Stadtteile, die wegen der „Sozialen Stadt“ aber eine Einheit bildeten. Sogar ein Teil von Langerfeld, die Hilgershöhe, sowie von Barmen, der Nordpark nämlich, gehörten nun zum Programmgebiet.

Was auf diesem großen Gebiet alles passiert, kann man kaum zusammenfassen. Das Quartierbüro mit Sitz an der Tütersburg 4 hat aber Netzwerke geschaffen, um die Kommunikation der Aktiven im Quartier zu stärken. So gibt es unter anderem die Stadtteilkonferenz, das Eigentümer-Forum, das Netzwerk Integration und den Verfügungsfonds-Beirat. Auf letzteren ging Andreas Röhrig gesondert ein. Denn der Verfügungsfonds ist ein Geldtopf, aus dem Projekte von und für die Nachbarschaft gefördert werden können. „Als wir 2012 hier angefangen haben, standen die Leute Schlange, um einen Antrag zu stellen. Es gab unglaublich viele Ideen.“ Inzwischen seien die meisten abgeschlossen. Aber da es jedes Jahr neues Geld gebe, könnten weiterhin Anträge gestellt werden. Ob die Projekte eine Chance haben, hängt von der Vorbereitung, sprich: einer guten Planung und Konzeption ab. Dabei unterstützt das Quartierbüro und die Koordination der Sozialen Stadt. Am Ende entscheidet dann der Verfügungsfondsbeirat über die bewilligung der Projekte. „Wichtig ist, dass es hier im Programmgebiet stattfindet und die Nachbarschaft fördert“, unterstrich Andreas Röhrig.

Bezirksbürgermeisterin Christel Simon beteiligte sich an der Diskussion.

Öffentlichkeitsarbeit gehört ebenfalls zum Kerngeschäft des Quartierbüro. Unterstützt werden die Quartiermanager*innen dabei von einer erfahrenen Journalistin. Auf der Homepage des VierZwoZwo, in den Sozialen Medien und klassisch in den lokalen Medien wird präsentiert, was in der „Sozialen Stadt Oberbarmen / Wichlinghausen“ los ist. Mit Printmedien, wie Faltblättern, Plakaten und Broschüren, kommen weitere Informationen zur Bevölkerung. Zum Beispiel werden damit Baumaßnahmen im Quartier präsentiert wie die Umgestaltung des Berliner Platzes. Diese sogenannten investiven Maßnahmen finden ebenfalls unter Beteiligung der Bürgerschaft statt. Hier ist das Quartierbüro immer dabei, führt Befragungen durch, dokumentiert Ergebnisse und moderiert und organisiert Workshops.

So wurde beispielsweise auch die Treppe an der Langobardenstraße von Nachbar*innen mit einem Künstler zusammen neu gestaltet. Etwa acht Millionen Euro kosten die investiven Maßnahmen, die über die „Soziale Stadt“ gefördert werden. Noch bis Ende 2021 läuft das Förderprogramm. Ob und wie es danach weitergeht? Quartiermanager Andreas Röhrig hofft, dass die Förderung weiterläuft. Denn jetzt laufe es gut in Wichlinghausen und Oberbarmen, auch wenn es viel Armut gebe. Aber das Image habe sich deutlich verbessert. Vor allem auf der Hilgershöhe und dem Bergischen Plateau habe sich die Situation sehr gut entwickelt, stimmten ihm die Gäste vom Bürgerforum zu. Auch sie wünschen sich, dass es mit der „Sozialen Stadt Oberbarmen / Wichlinghausen“ weitergeht.