Eine neue Heimat für Bienen in Wichlinghausen

Foto: 422 Quartierbüro

Fast ein Jahr musste Eric Stöcker, Leiter des Stadtteilzentrums Wiki darauf warten, doch nun wurde sein Traum erfüllt. Endlich summt es direkt neben den jetzt so schön blühenden Kastanien und der extra für die Honigproduzent*innen gesäten Wildblumenwiese: Bienen in Wichlinghausen!

 

Doch von Vorne: Nach verschiedenen Gesprächen einem regen Ideenaustausch in der Beratung durch das 442 Quartierbüro fand das Projekt seinen Weg in den Verfügungsfondsbeirat der Sozialen Stadt Oberbarmen und Wichlinghausen und wurde dort mit 100 prozentiger Zustimmung befürwortet. Marko Golub seines Zeichens Beiratsmitglied, Bereichsleiter beim SKJ und Hobbyimker, versprach zudem einen Bienenstock zu spenden. Das ist gelebte Solidarität im Stadtteil.

Kinder bemalten und bepflanzten Blumenkästen.
Foto: Stadtteilzentrum Wiki

Da die Bienen erst dieses Frühjahr nach Wichlinghausen kommen konnten wurde die Zeit genutzt um Kinder und Nachbarinnen und Nachbarn auf die Ankunft der Bienen vorzubereiten, und dabei einen Beitrag zum Nachbarschaftlichen Engagement und Zusammenleben sowie zur  Bildung und Artenvielfalt zu leisten. Kinder im Alter von 3-6 konnten in den vergangenen Monaten ein Bienenjahr miterleben und bei verschiedenen Aktionen die Relevanz der Bienen für die Natur, aber auch für uns Menschen erkennen.

 

Mit den Schutzanzügen konnten Kinder ganz nah an die Bienen herankommen.
Foto: Stadtteilzentrum Wiki

Mit den Kindern als Vorreiter*innen wurden auch deren Eltern und Nachbarinnen und Nachbarn angesprochen sich mit dem Thema zu befassen und sich einzubringen. Von Informationsabenden, zu Pflanzaktionen und Roboterspielen mit elektrischen Bienen, von Vorlesestunden in der Stadtteilbibliothek zu Besuchen bei Imker*innen in der Umgebung konnte einiges geboten werden. Ein großer Dank geht an dieser Stelle an die Stadtteilbibliothek Wichlinghausen, den Imkerverein Barmen, das Familienzentrum Westkotterstraße und die Kita Baumhaus, sowie einige ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die bei diesen Aktionen mitgewirkt haben.

Marko Golub und das Wiki-Team
Foto: Stadtteilzentrum Wiki

Jetzt sind die Bienen in Wichlinghausen angekommen. Sie  schwärmen schon aus, um Pflanzen zu bestäuben und Honig zu gewinnen. „Es handelt sich um ein geschwärmtes Volk mit ca. 30 000 Bienen. Es ist stark und bereits stiftet, das heißt, dass die Königin kleine Stifte legt – also Nachkommen.“ berichtet Marko Golub, als er das Volk am 4.Mai zum Stadtteilzentrum bringt. Eric Stöcker bedankt sich ausgiebig und ist nun gespannt, wie sich die Bienen mit der neuen Umgebung und den eigens mit nachbarschaftlicher Hilfe gepflanzten Wildblumen anfreunden: „Wir hoffen, dass die Bienen sich in der neuen Heimat auf der Wiese vor dem Wiki wohlfühlen. Wir tun dafür unser Bestes“ beteuert der Wiki-Chef.

Floras Bienenschild
Foto: Daniel Flasche

Viele Nachbar*innen haben sich jetzt schon mit den Bienen bekannt gemacht. Die sechsjährige Flora wohnt direkt neben dem Wiki und kann die Bienen vom Haus aus sehen. „Bienen sind so süß. Und gar nicht gefährlich.“ sagt sie. Flora hat extra eine Biene gemalt, die jetzt als Hinweisschild am Wiki-Bienenstock hängt. Wir sind gespannt, ob ihr auch der erste Stadtteilhonig-Honig schmecken wird. Denn „Ganz vielleicht“, so verrät es Eric Stöcker im geheimen „kann es schon in diesem Jahr den ersten Wichlinghauser Honig geben.“

Ab jetzt kann es also in Wichlinghausen mit der Bienenpflege losgehen. Dazu wäre es natürlich schön, wenn der Stadtteil die Bienen weiter kennenlernen und bewundern kann. In der derzeitigen Corona-Lage sind größere Aktionen natürlich schwer umzusetzen. Aber das Wiki-Team überlegt schon, wie man die Bienen weiter als Mittel einsetzen kann um Menschen zusammen zu bringen, etwas über die Umwelt zu erfahren und sich aktiv für den Stadtteil einzusetzen. Es haben sich in den letzten Tagen schon einige Anwohner*innen im Wiki erkundigt, wie das so mit den Bienen sei. Herr Stöcker und auch das 422-Team stehen gerne für ein Bienengespräch zur Verfügung. Kommen Sie gerne vorbei und lassen sich inspirieren. Vielleicht finden sich ja Nachahmer*innen, die noch andere Orte in Oberbarmen und Wichlinghausen finden, die mit Bienen beglückt werden können.

Das 422-Team wünscht im Namen des Verfügungsfondsbeirats viel Erfolg dabei!