Ein Videokanal fürs Quartier

Soziale Medien sind nicht nur bei jungen Menschen inzwischen sehr beliebt. Videos über Musiker stehen dabei ziemlich wie oben auf der Hitliste. So kennt man zwar Bands aus der ganzen Welt, aber nicht die Musikszene in der Nachbarschaft. Das will das Rockprojekt Wuppertal mit Hilfe des Verfügungsfonds der Sozialen Stadt Oberbarmen / Wichlinghausen ändern. Auf dem neuen Videokanal vierzweizwei.de sollen mehrmals im Monat Beiträge über Musik im Quartier veröffentlicht werden.

Der Name der Homepage ist kein Zufall. 422 – so fangen die Postleitzahlen in Wichlinghausen und Oberbarmen an. Deshalb heißt auch das dortige Quartierbüro VierZwoZwo. Die Quartiermanager haben das Rockprojekt auch dazu beraten, wie das Videoprojekt über Musik im Wuppertaler Osten finanziell gefördert werden kann. Zwei Dinge sind dabei besonders wichtig: Es muss um Menschen oder Institutionen im Quartier gehen und die Bürger*innen werden beteiligt. „Das geht bei uns auf zwei Arten: Entweder man macht in dem Team mit, das die Beiträge produziert. Oder man stellt sich im Porträt vor“, erklärt Niklas Krämer, der sich um Regie und Konzepte kümmert.

„Fürs Team suchen wir vor allem junge Leute zwischen 14 und 24 Jahren, die als Moderator*innen oder Set Runner*innen, als Helfer*innen am Set, aktiv werden wollen“, ergänzt Martin Krane, der neue Vorsitzende vom Rockprojekt. „Als Verein für Jugend und Kultur wollen wir den Jugendlichen die Möglichkeit bieten, bei Filmproduktionen dabei zu sein und so Berufe kennenzulernen.“ Bewerbungen von Mädchen seien besonders gewünscht. Dave (14) war schon bei einigen Drehs dabei und ist begeistert: „Das macht total viel Spaß. Ich habe beim Ton geholfen und viel Neues gelernt.“

Egal ist das Alter bei denjenigen, die in den Videos zu sehen sein werden. Auch die Ausrichtung der Musik sei egal, heißt es vom Rockprojekt. „Bewerben kann sich erstmal jeder im Quartier, der irgendwas mit Musik zutun hat“, sagt Niklas Krämer. Egal ob Schulband, Solokünstlerin, Hinterhof-Combo, Techniker oder Veranstalter: Jeder könne eine Bewerbung einreichen. Sollte das Thema ins Konzept passen, würde – nach Vorgespräch – das Filmteam einen Beitrag drehen, der hinterher zwischen fünf und 15 Minuten lang sein wird. „Das ist Werbung für die Leute, aber natürlich auch für die Stadtteile“, sagt Niklas Krämer. „Wir wollen zeigen, wie viel Potenzial es hier gibt.“ Denn warum, so fragen sich die Organisatoren der neuen Online-Plattform, soll man sich Internet-Videos anschauen, die irgendwo auf der Welt gedreht wurden, wenn es das gleiche Angebot vor der Haustür gibt?

Und hier ist er also, der Kanal. Die Homepage ist in Kürze unter www.vierzweizwei.de zu erreichen. Auch in den Sozialen Medien bei Instagram (vierzweizwei_wuppertal) und Facebook (vierzweizwei) ist das Projekt vertreten. Bewerbungen sind per Mail an Info@vierzweizwei.de möglich. Das Quartierbüro ist per Mail an Info@vierzwozwo.de zu erreichen.