Oberbarmens neueste Attraktion: Die Felsenarena

Hier kann man bald hochklettern Foto: Manuela Schmidt

In Oberbarmen entsteht ein Kletter- und Bouldergarten. „Felsen-Arena“ soll er heißen. Auf dem städtischen Sportplatz Höfen, den der Verein TUS Grün-Weiß nutzt, wird das Projekt realisiert, das durchaus als ein sportliches Prestigeprojekt betrachtet werden kann. Um auch die Nachbarschaft in den Entstehungsprozess einzubinden, bietet der Deutsche Alpenverein (DAV) mit seinen Sektionen Barmen und Wuppertal verschiedene Workshops an. Das Ganze wird über den Verfügungsfonds des Sozialen Zusammenhalts Oberbarmen / Wichlinghausen gefördert und vom VierZwoZwo Quartierbüro begleitet.

Foto: Manuela Schmidt

In den Workshops, die über das Internet per Zoom stattfinden, geht es einmal um das Anlegen von Wildblumenwiesen, wie sie an der „Felsen-Arena“ entstehen soll. Dieser Vortrag beginnt am 17. Juni um 19 Uhr. Um Benjeshecken und Trockenmauern – ebenfalls ein Vorhaben im Kletterpark, das sich gut in den privaten Bereich übertragen lässt – geht es am 24. Juni umd 19 Uhr.  Außerdem will der DAV in den etwa 60-minütigen Online-Workshops mit Interessierten über den Klettergarten ins Gespräch kommen. Danach besteht die Möglichkeit, individuelle Termine für eine kurze praktische Einführung zu den Naturthemen zu vereinbaren. Anmeldungen für die Zoom-Meetings nimmt Dr. Robert Wieczorek vom DAV per Mail unter robert.wieczorek@dav-barmen.de entgegen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Doch wie sieht das Projekt „Felsen-Arena“ eigentlich aus? Um den Kletterpark realisieren zu können, hat der DAV einen Kooperationsvertrag mit dem Sportamt der Stadt Wuppertal als Eigentümerin des Grundstücks sowie dem dort beheimateten Sportverein Grün-Weiß abgeschlossen. Quartiermanager Lukas Meier ist fasziniert von dem Projekt, das hauptsächlich von Ehrenamtlichen umgesetzt wird: „Der zukünftige Klettergarten ist für uns ein Ort, der sehr facettenreich ist. Man kann etwas lernen, sich einbringen und später, wenn das alles fertig ist, sich beim Klettern ausprobieren.“ Schnupperkurse für interessierte Kletteranfänger jedes Alters will der DAV im Herbst anbieten. Außerdem sollen mit im Klettern ungeübten Kindern und Jugendlichen etwa 15 bis 20 Boulderrouten erschlossen werden. Bouldern ist – anders als Klettern – in geringer Höhe möglich. Matten auf dem Boden verhindern Verletzungen, sollte doch einmal jemand hinunterfallen.

Foto: Manuela Schmidt

„Es ist schon etwas Besonderes, solch eine Anlage direkt in der Stadt zu haben“, zeigt sich Lukas Meier erfreut. „Dieses Outdoor-Sportangebot passt gut zur Trasse – die Schwarzbachtrasse ist ja gar nicht so weit entfernt –, wo es bereits die Parkouranlage auf dem Bergischen Plateau und bald Pump Track-Anlage an der Hilgershöhe gibt.“ Besonders lobenswert findet der Quartiermanager die vielen Stunden, die die Mitglieder der beteiligten Vereine in das Projekt investieren. Ca 1000, so schätzt der DAV, werden es am Schluss sein. „Hier steckt jede Menge ehrenamtliches Engagement drin vom Deutschen Alpenverein und von TUS Grün-Weiß.“

Foto: Manuela Schmidt

Abgesehen vom Projekt selbst, das durch seine zentrale Lage in Nordrhein-Westfalen ein Alleinstellungsmerkmal haben dürfte, gibt es eine weitere Besonderheit, wie Robert Wieczorek vom DAV erklärt: „Kletterouten tragen in der Regel blumige Namen, die ihnen von den Personen gegeben werden, die sie eingerichtet und zum ersten Mal geklettert haben. Von dieser Tradition wollen wir abweichen.“ Stattdessen sollen die Routen von Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil im Rahmen eines Wettbewerbs benannt werden. Kinder und Jugendliche sollen einen Stein farbenfroh gestalten und mit einem Namen für die Route beschriften. Die Steine, deren Namen ausgewählt werden, werden dann mit Klarlack versiegelt und in den Einstiegen der Routen montiert.

Bezüglich der Routen, so erklärt Robert Wieczorek, dürfe man sich das aber nicht so vorstellen, dass es da nur vorgegebene Wege gebe, sondern man klettere wie in der freien Natur im Felsen. Damit sich Untrainierte und Unerfahrene nicht selbst in Gefahr bringen, darf die Kletterwand nur dann genutzt werden, wenn der Sportplatz geöffnet ist. Die Nutzer*innen müssen sich daher auch in eine Liste eintragen und unterschreiben, dass sie über entsprechende Kenntnisse verfügen.