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Oberbarmer Kleinkunst Nacht

Stadtteiltalente faszinieren mit Minishows an 4 Orten

Vielfältig wie der Stadtteil. Das war die Oberbarmer Kleinkunst Nacht am vergangenen Samstag. Von 18-20 Uhr zogen 7 Künstler*innen von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort und verzückten Passant*innen, Stammpublikum und eigens angereiste Fans. Ein Quartiersmanager brachte zudem Stadtteilinfos in Reimform mit. Insgesamt ein „toller vielfältiger Abend“ gaben Gäste zu Protokoll, die nach der Veranstaltung noch die Gelegenheit suchten, mit den Künstler*innen in Kontakt zu treten.

An 4 verschiedenen Orten, die jeweils einen ganz eigenen Charakter haben, gab es 8 Mal unterschiedliches Programm und das in nur 2 Stunden. Das schafft nur die Oberbarmer Kleinkunst Nacht.

Hier ein paar Eindrücke

Schunkeln in der Schänke

Als Günther de Koster in der Marktschänke am Wichlinghauser Markt anfing die Gitarre zu spielen, war allen schnell klar, dass es jetzt gemütich würde. „Lagerfeuermusik“ nennt es der ehemalige Bäcker aus Wichlinghausen, der zusammen mit seinem Bassisten Ralf Jansen auftrat. Ebenso gemütlich, aber mit der ausdrücklichen Einladung zum Mitsingen auf den Lippen, drehte Wilfried Reichelt seinen Leierkasten. Das Wichlinghauser Urgestein gab richtige Klassiker wie „Et Lehnchen“ zum Besten, dass die Anwesenden gar nicht anders konnten als einzustimmen. Textsicher sind inzwischen einige beim von Wilfried Reichelt selbstgedichteten „Wichlinghausen Lied„. Leo Schmitz, der verschmitzte Moderator in der Marktschänke, kann es bereits auswendig. Der Vorsitzende von „Wir in Wichlinghausen“ plant zudem bereits das nächste Musikfest am Wichlinghauser Markt (Ende September).

Tanz und Trommel am Berliner Platz

Während die Gäste des Eiscafés Barocco am Berliner Platz Kaffee tranken, ihr wohlverdientes Eis aßen und ihre Blicke über den Berliner Platz schweifen ließen, wurde der Platz zur Tanzfläche. Als Kollenke Mic und Diallo Black Danse zur Trommel griffen, ließen sich einige Passant*innen nicht lange bitten und tanzten zur Musik. Kurz darauf war auch der Auftritt der beiden Künstler mit Tanz und Gesang zu sehen: Eine eindrucksvolle Show der beiden jungen Männer aus Guinea, die seit ein paar Jahren in Oberbarmen Zuhause sind. Unterstützt werden sie vom Verein Dunua e.V.. Kein Wunder, dass ein Junge hier am Ende des Abends fragte, ob es morgen weiterginge. Dem konnte Moderator Kalle Waldinger von der Villa Rock leider nicht zustimmen: „Aber wir planen eine Wiederholung“, konnte er tröstend weitergeben.

Zauberei und Reimerei am Peter-Hansen-Platz

Am Peter-Hansen-Platz vor der Färberei blieben einige Samstag-Abend-Bummler stehen, um sich verzaubern zu lassen. Dafür war Jakob Schmidt-Russnak zuständig. Mit seinen Zauberkünsten konnte er sogar die Gedanken der Menschen im Publikum lesen. Oder sind das doch nur Tricks? Daniela Raimund (Färberei), die an diesem Ort moderierte, blieb nicht die Einzige, die verblüfft und erstaunt von Jakobs Zauberkünsten war. Die Abwesenden bekamen darauf hin noch einige Informationen in Reimform von Lukas Meier vom Vierzwozwo Quartierbüro. Es konnte zwischen Plänen für die Zukunft des Stadtteil, anstehenden Festen und aktuell laufenden Projekten ausgewählt werden.

Starke Stimmen im Stadtteilzentrum (Wiki)

Im Stadtteilzentrum Wiki fanden sich vor allem Nachbar*innen aus den umliegenden Straßen ein. Bei Helena Schulze und ihrer klangvollen Stimme sah man dann im Wiki einige bewundernde Gesichter. Unter anderem das von Eric Stöcker, dem Leiter des Stadtteilzentrums (in Trägerschaft der Diakonie Wuppertal) und Moderator an diesem Veranstaltungsort. Als dann Mara y Alejo mit lateinamerikanischer Gitarre und Gesang alte spanischsprachige Liebesklassiker darboten, wurde die tolle Akustik in der alten Kirche vollends ausgenutzt. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, dass das Publikum kollektiv von diesem Moment erfasst wurde. Nicht nur wegen der Lieder, sondern auch wegen des beeindruckenden Zusammenspiels der Stimmen der beiden Musikstudierenden.

Und hier noch ein paar Stimmen der Beteiligten:

„Es war für uns einer der ersten Auftritte als Duo und dann waren es jetzt gleich vier an einem Tag. Wir hatten viermal die Möglichkeit vor unterschiedlichem Publikum in ganz verschiedenen Settings zu spielen und uns zurechtzufinden. Das war eine super Erfahrung für uns als Künstler*innen.“

Mara Casio (Mara y Alejo)

„Es hat mir sehr großen Spaß gemacht. Live zu spielen und vor Publikum ist immer anders als Zuhause bei bekannten Bedingungen. Ich war sehr gerne dabei.“

Günther de Koster

„Es war ein voller Erfolg. Als ich im Februar mit der Idee auf das Quartierbüro zugegangen bin, war ich unsicher, ob sich das überhaupt so schnell umsetzen lässt. Aber jetzt haben wir es geschafft und hatten einen echt schönen Abend mit vielen tollen Künstler*innen und mit super Publikum.“

Jakob Schmidt-Russnak (Zauberer und Initiator der Oberbarmer Kleinkunst Nacht)

„Ich glaube, alle Künstler*innen und auch das Publikum und die vorbeigehenden Passant*innen an den verschiedenen Orten hatten großen Spaß. Es sind diese kleinen schönen Ideen und Momente, die den Stadtteil lebenswert machen. Ein riesen Dank geht an alle, die die Oberbarmer Kleinkunst Nacht mit unterstützt haben. Danke an alle Künstler*innen, Moderator*innen und Helfende! So hat der Stadtteil mal wieder gezeigt, wie gute Zusammenarbeit funktioniert.“

Lukas Meier vom Vierzwozwo Quartierbüro

Die nächste Oberbarmer Kleinkunst Nacht findet am 24.06.2023 statt. Save the Date und seid dabei!

Für die Westdeutsche Zeitung berichtete Friedemann Bräuer über die erste Oberbarmer Kleinkunst Nacht. Den Artikel vom 27.06. lesen Sie hier.

Westdeutsche Zeitung 27.06.22
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