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Labor Nachbarschaftspark Wichlinghauser

Stadtteilkonferenz

In Ob & Wi gibt’s Gründe zum Feiern

Auf dieser Stadtteilkonferenz gab es einiges zu feiern. So freuten sich Anwesenden auf der BOB Nachbarschaftsetage z.B. über die Abschlussdokumentation zum Städtebauförderprogramm Sozialer Zusammenhalt der vergangenen Jahre. Dazu gab es auch noch gute Nachrichten aus der Stadtverwaltung. Die Stadt verkündete die Zusage des Landes NRW für einen neuen Förderabschnitt für Oberbarmen und Wichlinghausen.

Dazu kommt, dass sich der ganze Stadtteil auf den Tag des guten Lebens freut. Die insgesamt ca. 80 Teilnehmenden der Konferenz freuten sich über zehn neue Gesichter, die zum ersten Mal auf einer Stadtteilkonferenz für Oberbarmen und Wichlinghausen dabei waren. Gerd Bunk freut sich nun auf seinen wohlverdienten (Un-)Ruhestand.

Die Stadtteilkonferenz stand im Zeichen des Abschlusses der aktuellen Förderphase im Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“. Dazu trafen hochrangige Persönlichkeiten aus Stadtverwaltung, Politik und Diakonie am Abend auf der BOB CAMPUS Nachbarschaftsetage ein.

Zusammenfassung

Man kann sagen, dass der Ablauf der Konferenz sich ein wenig an der Abschlussdokumentation des Vierzwozwo Quartierbüros anlehnte. So konnten die Anwesenden die Grußworte auf der Dokumentation von Stadtverwaltung, Diakonie Direktion und Stadtteilpolitik im echten Leben erleben. Außerdem wurde das Faltblatt mit dem 422-Prozess und der im Kontext entstandenen Podcast zu den unterschiedlichsten Projekten vom Quartierbüro vorgestellt. Wie es sich für eine Oberbarmer und Wichlinghauser Konferenz gehört, hatten die Anwesenden auch selbst die Gelegenheit sich zu den vergangenen Jahren Städtebauförderung (zu den Themen: Bauen, Verfügungsfonds und Vernetzung) zu äußern. Mit Nicklas Grosch wurde es dann Zeit, nicht mehr in Erinnerungen zu schwelgen, sondern den Blick in die Zukunft zu richten (Rückseite der Abschlussdokumentation). Nicht in der Abschlussdokumentation, aber auf jeder Stadtteilkonferenz ein wichtiger Bestandteil, ist der Markt der Möglichkeiten geworden, bei dem Initiativen aus Ob & Wi ihre Projekte vorstellen. Aber schauen wir uns die einzelnen Beiträge noch etwas genauer an.

Grüße

Sabine Federmann Diakonie Direktorin

Dr. Sabine Federmann nahm sich zu Beginn ihres Grußwortes kurz die Zeit, die Anwesenden und die Konferenz zu loben. „Ich war schon auf einigen Stadtteilkonferenzen zu Gast, aber noch nirgendwo habe ich so viele engagierte Menschen gesehen, die sich für ihren Stadtteil einsetzen“, gab Sie zu Protokoll. Bei einem Rundgang durch das Quartier konnte sie zuletzt sehen, was schon alles bewegt wurde, aber auch wie viel Potential noch in Oberbarmen und Wichlinghausen schlummert.

Die Direktorin der Diakonie Wuppertal beschrieb den Stadtteil als jung, vielfältig, bunt, aber auch in Teilen arm.“Mit dem Quartierbüro haben wir als Diakonie eine besondere Aufgabe übernommen. Ansonsten machen das eher Planungsbüros.“ Man habe in den letzten Jahren mit dem interdisziplinären Team aus den Bereichen Geographie/ Raumplanung und Sozialer Arbeit die Herausforderungen in Oberbarmen und Wichlinghausen angenommen und zusammen mit den überaus aktiven Menschen im Stadtteil gut bewältigen können.

Bezirksbürgermeister Burhard Rücker

Bezirksbürgermeister Burkhard Rücker ergriff nach der Diakonie Direktorin das Wort. Im Rükblick auf den letzten Förderabschnitt beschrieb er viele Erfogle und auch Herausforderungen auf dem Weg. So sei man aktuell sehr glücklich mit der Besetzung der Koordination für das Städtebauförderprogramm und hoffe auf eine langfristige gute Zusammenarbeit. Die letzten Jahre seien auch von einer gewissen Fluktation auf dem Posten geprägt gewesen.

Auch im Quartierbüro habe es zwischenzeitlich neue Personalien gegeben, man habe jedoch immer ein einheitliches Team vorgefunden.

Beigeordneter für u.a. Stadtentwicklung Arno Minas

Arno Minas nahm sich nach einer herausfordernen Ausschusssitzung im Rathaus noch die Zeit, bei der Stadtteilkonferenz mit dabei zu sein. Er verkündete, dass man nun auch für die nächsten Jahren mit einer Förderung über die Städtebauförderung für Oberbarmen und Wichlinghausen rechnen könne.

Rückblicken, beschrieb er Highlights, wie das Stadtteilzentrum Langerfeld, den Nachbarschaftspark oder auch die Pumptrackanalge, als Projekte mit einer besonderen Strahlkraft, auch über das Quartier hinaus.

Rückblick Sozialer Zusammenhalt

Nun war es an der Zeit sich noch ein wenig genauer mit den vergangenen Jahren auseinanderzusetzen. In der Abschlussdokumentation des Vierzwozwo Quartierbüros wurden Prinzipien der Arbeit in der Stadtentwicklung und auch des Quartierbüros deutlich. So sind Projekte in der Logik des Vierzwozwo nicht irgendwann nach der Planung und Umsetzung z.B. einer Baumaßnahme abgeschlossen, sondern dann beginnt die Phase der gemeinschaftlichen Nutzung durch den Stadtteil, die wiederum neue Projektideen in einer Laborphase ermöglichen können. „Manchmal ist das wie ein Kreislauf“, beschrieb Andreas Röhrig diese Prozesse.

Auf einer DIN A2 großen Seite beschreiben Akteure aus dem Stadtteil ihre Erfahrungen mit 12 Projekten der letzten Jahre. Dabei kommen Baumaßnahmen, Verfügungsfondsprojekte sowie Vernetzungsangebote zur Sprache. Zu allen Projekten wurden Interviews mit der ganzen Geschichte des Projektes geführt. Die Interviews können als Podcast unter dem Motto „Gemeinsam geht was – Geschichten aus Oberbarmen und Wichlinghausen“ auf der Homepage des Quartierbüros angehört werden. Klicken Sie einfach hier drauf.

Klappt man noch ein Stück weiter auf, gelangt man „zu einer großen Übersichtskarte des Programmgebiets mit allen Baumaßnahmen und Verfügungsfondsprojekten der letzten Jahre,“ führte Wiebke Striemer die Anwesenden weiter durch das Faltblatt. Insgesamt 20 Baumaßnahmen und über 50 Verfügungsfondsprojkete wurden und werden in der noch laufenden Förderphase realisiert. Dazu wurde z.B. das Hof- und Fassadenprogramm von privaten Hauseigentümer*innen genutzt, um das Wohnumfeld im Stadtteil zu verbessern. Das und noch eine ganze Menge mehr findet man auf der großen Übersichtskarte.

Falls Sie selbst ein Exemplar des Faltblattes erhalten möchten, wenden Sie sich an das Vierzwozwo Quartierbüro. Sie können sich das Faltblatt auch hier als PDF herunterladen. Allerdings müssen Sie es dann häufiger drehen. Wenn Sie einen Überblick über alle Podcastfolgen ansehen möchten, finden Sie hier einen Überblick.

Evaluation durch den Stadtteil

Nun war es an der Zeit, die Anwesenden mit in den Rückblick auf die letzten Jahre Städtebauförderung miteinzubeziehen. In Murmelgruppen hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich zu einem der Themen (Bauen, Projekte, Vernetzung) auszutauschen.

Im Plenum wurden anschließend ein paar dieser Eindrücke gesammelt. Später gab es noch die Möglichkeit, Feedback zu den einzelnen Prozessen weiterzugeben. Iris Colsman beschrieb die Stadtteilkonferenzen als etwas, dass sich in den letzten Jahren für sie als ein Highlight entwickelt hat. Burkhard Rücker thematisierte die lange Dauer der Umsetzung der Baumaßnahmen als Herausforderung und das Abwenden des Verfalls von Fördergeldern als Erfolg der letzten Jahre. Lars Nähle und Anne Wiechmann lobten die Zugänglichkeit und die Möglichkeiten für Bürger*innen und engagierte Projektideen für den Stadtteil umsetzen zu können.

Im Anschluss wurden die Säulen der Nachbarschaftsetage als Pinnwand eingesetzt. Wir können hier nicht alles erwähnen, hoffen aber, dass die Person, die einmal „Waffeln im Regen backen“ musste, ihr Engagement darüber nicht verloren hat. Wir haben Ihnen hier die Ergebnisse der Themenbereiche abfotografiert.

Ausblick: Was bringt die neue Förderphase?

Nach dem Rückblick und der Evaluation durch den Stadtteil war es dann endlich Zeit, den Blick nach Vorne zu richten. Dazu gab Nicklas Grosch der Koordinator für das Programm Sozialer Zusammenhalt eine Perspektive für die nächsten Jahre weiter. Neben den noch fertigzustellenden Baumaßnahmen aus der aktuellen Förderphase (Nachbarschaftspark Oberbarmen, Berliner Platz und Rosenau) hat die Stadt nun eine vorläufige Zusage für die Neugestaltung des Fußwegs Schwarzbach-Langobardenstraße, des Verfügungsfonds (ab 2024), der Öffentlichkeitsarbeit der Koordination und des Quartiersmanagements. Für diese Projekte können nun die innerstädtischen Vorbereitungen getroffen werden.

Nicklas Grosch beschrieb zudem den Prozess für die Beantragung der Spielplätze Allensteiner Straße und Hermannstraße, für die in absehbarer Zeit ein zweistufiges Beteiligungsverfahren entwickelt werden soll. Die Anmeldung der Spielplätze ist für das nächste Jahr geplant. Falls Sie ein näheres Interesse daran haben, was für die nächsten Jahre alles geplant ist, schauen Sie hier ins Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für Oberbarmen und Wichlinghausen oder hören Sie sich den Podcast mit Nicklas Grosch an. Hier ist der Link dazu.

Viele neue Gesichter und ein Abschied

Bei der Begrüßung der neuen Teilnehmenden der Stadtteilkonferenz („Who is new in the crew“) ging ein Raunen durch den Saal. Denn es waren wieder einige neue Menschen aus Ob & Wi, die zum ersten Mal den Weg zur Stadtteilkonferenz fanden. Vom neuen Regionalleister der Sparkasse über Vereinsvorsitzende (Jappoo NRW e.V.) bis zu Nachbar*innen um die Ecke waren wieder viele neue Menschen vor Ort, die es zu begrüßen galt.

Gerd Bunk kennt nach seinen 37 Jahren Arbeit in Oberbarmen fast jede*r. Passend zur über die letzten Jahre häufig ausgetragenen Hass-Liebe zwischen dem Schalker Bunk und dem Dortmunder (extra im blau-weißen Hemd) Bernd Schäckermann übernahm letzterer eine kleine Laudatio auf den „kaum wegzudenkenden Gerd Bunk“, der für so viele in Ob & Wi eine feste Größe und Gesprächspartner bei Fragen und herausfordernden Situationen war. So war Gerd Bunk schon vor dem Quartierbüro eine echte Institution der Diakonie Wuppertal in Oberbarmen.

Gerd Bunk ließ es sich nicht nehmen, allen Anwesenden auch über die Jahre hinweg für das Vertrauen zu danken, dass ihm entgegengebracht wurde. Wie gewohnt ließ Gerd Bunk die Stadtteilkonferenz zwischendurch wieder schmunzeln ,als er berichtete: “ Meine Frau sagt immer, ich hätte mehr Lebenszeit in Oberbarmen verbracht als Zuhause. Ich glaube sie hat Recht.“ Dann ist es jetzt nur Recht, ein bisschen Zeit Zuhause zu verbringen.

Der Stadtteil hat zu danken, lieber Gerd Bunk, für all die Jahre des aufopferungsvollen Einsatzes für die Menschen in Ob und Wi. Es ist kaum in Gold aufzuwiegen, welchen Einfluss Gerd Bunk in seinen Jahren auf die Menschen in Oberbarmen und Wichlinghausen hatte. Danke.

Markt der Möglichkeiten und Feier der Förderphase

Der offizielle Teil wurde, wie inzwischen gewohnt, mit dem Markt der Möglichkeiten beschlossen. Hier stellen sich unterschiedliche Vereine und Initiativen an Ständen vor. Als Fortführung zum Rückblick auf den Sozialen Zusammenhalt gab es auch eine Ausstellung von Bauprojekten aus dem Städtebauförderprogramm Sozialer Zusammenhalt. Mit auf dem Markt der Möglichkeiten dabei waren dieses Mal:

Außerdem konnte die frisch in die Nachbarschaftsetage gezogene Stadtteilbibliothek Oberbarmen BIB @ BOB besichtigt werden. Hier sind ein paar Eindrücke vom Markt der Möglichkeiten:

Abschluss: Ob & Wi ist toll. Gemeinsam geht was. Ehrlich.

Das Quartierbüro verabschiedete sich für die aktuelle Förderphase mit einem großen Dank an alle Engagierten, die den Stadtteil so lebhaft und vielseitig gestalten. „Ohne Sie hätten wir all das zusammen niemals so gut geschafft“ bewertete Lukas Meier das Engagement der Menschen. Zu Ehren des Stadtteil waren außerdem alte Team-Mitglieder des Vierzwozwo zur Stadtteilkonfernez gekommen, die in den vergangenen Jahren dem Stadtteil ihre Stempel aufgedrückt haben.

Wie auf der gesamten Konferenz konnten sich die Teilnehmenden nun nach dem ofiziellen Teil über gute Stimmung und hilfreiche Gespräche freuen. Einige fingen sogar an zu tanzen. Eine gute Probe für den Tag des guten Lebens, der Sonntag, am 04.06. stattfinden wird. Es ist und bleibt ein Traum, mit Ihnen zusammen in diesem herausragenden Stadtteil zu arbeiten.

Die nächste Stadtteilkonferenz findet am 29.08. um 15:30 Uhr statt.

Alle Fotos der Stadtteilkonferenz stammen von Maya Crede