Gekämpft, gewonnen – und gefeiert

Das Quartierbüro und die Stadt Wuppertal luden am 19. November in das „BOB Kulturzentrum“ im ehemaligen Textilwerk August Bünger an der Wichlinghauser Straße ein.ObSozialeStadt2015-11-19eTeam (4)klFoto: Klaus-Günther Conrads
Zum Ende der ersten Förderphase der Sozialen Stadt wurde nach der Arbeit der letzten Jahre Rückschau gehalten und auch einmal gefeiert.

Über den Eingang in der Max-Planck-Straße strömten zahlreiche Akteure aus Oberbarmen und Wichlinghausen in die ehemalige Produktionshalle im Erdgeschoss: Vertreter von Initiativen, Vereinen und Einrichtungen, politische Mandatsträger, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Diakonie.

Pünktlich um 18 Uhr eröffneten Eva Lünenschloß, Andreas Röhrig und Nina Schuster vom Quartierbüro VIERZWOZWO die Veranstaltung. Sie dankten allen beteiligten Menschen für ihr Engagement im Dienste der Sozialen Stadt, ohne das eine erfolgreiche Umsetzung nicht möglich gewesen wäre. Nach einer Einführung in den Ablauf des Abends übergaben sie das Mikrophon dem Sozialdezernenten Dr. Stefan Kühn.

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Dieser war zuvor mit einem dicken Papierstapel unter dem Arm erschienen: „Das ist das Manuskript meiner Rede. Beidseitig beschrieben – und das sind nur Stichworte!“, erklärte er launig auf seinem Weg zur Bühne.
Tatsächlich aber verkündete er den Besuchern, dass sie Zeugen eines Weltrekordversuchs seien: „Erstmals soll der offizielle Teil einer offiziellen Veranstaltung in weniger als einer Stunde beendet sein.“

In seiner dann doch kurz-knackigen Ansprache sprach er davon, dass es „eigentlich ein Wunder ist, dass wir heute hier stehen.“ Denn die ehemalige Landesregierung von Jürgen Rüttgers habe Städten wie Wuppertal keine Mittel aus der Städtebauförderung mehr zubilligen wollen. „Das war für uns ein Ansporn – wir haben die Ärmel hochgekrempelt, gekämpft und gewonnen!“, sagte Kühn unter großem Beifall.
Oberbürgermeister Andreas Mucke nahm diesen Elan auf und prophezeite in seiner Begrüßung: „In fünf Jahren werden wir wieder hier stehen und dann sagen: Wow! Der Osten blüht. Und die Elberfelder werden sagen: Guckt mal, in Oberbarmen und Wichlinghausen können wir etwas lernen.“ Diakoniedirektor Dr. Martin Hamburger stand da nicht zurück und konstatierte: „Hier in Oberbarmen und Wichlinghausen kann man sehen, wie man´s machen soll!“

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Anschließend betraten Akteure aus dem Quartier paarweise die Bühne und beschrieben in Interview-Form persönliche Erfahrungen und Erfolge mit dem Programm Soziale Stadt. Darunter war auch Jutta Schultes (ehemals Ressort Koordination Stadtteilentwicklung). Als „Frau der ersten Stunde“ hat sie die Antragstellung und die Durchführung des Programms bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand vor einigen Monaten federführend begleitet. Stefan Kühn dankte der sichtlich gerührten Jutta Schultes: „Das alles trägt Deine Handschrift.“ Ihrer Nachfolgerin Patricia Knabenschuh wünschte Frau Schultes „noch mehr, möglichst auch personelle Unterstützung“ seitens der Stadt.

Es folgte der „inoffizielle“ Teil des Abends. Angeregt unterhielten sich die Besucher über die Erfolge der Sozialen Stadt und über Pläne und Ideen für die nächste Förderphase. Dabei wurden sie von sehr engagierten Schülern der Förderschule Lentzestraße mit Getränken und Speisen vom reichhaltigen Buffet versorgt.
Gut 15 junge Mitarbeiter der Schülerfirma schwärmten mit Tabletts aus und boten die sehr professionell zubereiteten Köstlichkeiten feil. Derart gestärkt, verfolgten viele Besucher eine Kurzfassung des Films, den Gian und Dilan Issel zur Dokumentation der ersten Förderphase produziert haben. In Interviews und Aufnahmen von Verfügungsfonds-Projekten blitzten im Film noch einmal Highlights aus den letzten Jahren auf.
In der Verdichtung des Films zeigte sich eine unglaubliche Vielfältigkeit und Kreativität der Aktivitäten in Oberbarmen und Wichlinghausen.

Aber was heißt schon „unglaublich“? Stefan Kühn brachte es zuvor auf den Punkt: „Nur wer an Wunder glaubt, ist ein Realist!“
Ach, und der Weltrekord wurde klar geschafft.