Oberbarmen: Neue Perspektiven

Die Stadtteilkonferenz Oberbarmen tagte im „Berliner Plätzchen“, der noch jungen „Außenstelle“ der Gemeinde St. Johann Baptist.
OLYMPUS DIGITAL CAMERANeben aktuellen Entwicklungen im Quartier stand vor allem das Projekt PiO – Perspektiven in Oberbarmen im Fokus. Nachdem Bezirksbügermeisterin Christel Simon als Gemeindemitglied das Berliner Plätzchen und seine Hintergründe näher vorstellte (Infos dazu hier), berichteten die  QuartiermanagerInnen Nina Schuster, Andreas Röhrig und Stefanie Rolf von ihrer aktuellen Arbeit.

AKTUELLES AUS DEM 422

So gab es kürzlich den ersten Kontakt zwischen dem VIERZWOZWO und dem Dezernat für Bürgerbeteiligung. Dezernent Panagiotis Paschalis und seine Mitarbeiterin Franziska Fischer besuchten das Quartierbüro an der Tütersburg und man machte sich gegenseitig mit Zielsetzungen und Arbeitsweisen vertraut. Das Gespräch hatte einen sehr konstruktiven Charakter. Vereinbart wurde, den Kontakt zu intensivieren und Möglichkeiten für Synergien und Kooperationen auszuloten. (weiteres hier)

Auch Studierende des Studiengangs Architektur besuchten das VIERZWOZWO und informierten sich über die Funktionsweise der Sozialen Stadt. So wurde ihnen anschaulich dargestellt, dass sich das Förderprogramm neben den baulichen Veränderungen auch stark um die sozialen Belange in einem Stadtteil kümmert.

Eines der gegenwärtig wichtigsten gesellschaftspolitischen Themen, die Integrationspolitik, berührt natürlich ebenfalls die Soziale Stadt. Andreas Röhrig stellte fest, dass es in Wuppertal kein ausgearbeitetes Integrationsnetzwerk gebe. Deshalb hat das VIERZWOZWO auf eigene Faust eine Erhebung von Akteuren in Flüchtlings-/Integrationsfragen im Stadtteil gestartet. Mit Michael Visser vom städtischen Zentrum für Integration, Bildung und Kulturelle Vielfalt wird die Schaffung eines solchen Netzwerkes nach den Sommerferien in Angriff genommen.

Schließlich machte das VIERZWOZWO-Team darauf aufmerksam, dass es offenbar Missverständnisse und Unklarheiten in Bezug auf die Neuregelungen zur Antragsstellung von Projekten an den Verfügungsfonds gibt. Näheres dazu hier.

PERSPEKTIVEN FÜR OBERBARMEN

Dann stellten Evelyn Albrecht vom Jobcenter Wuppertal und Beate Adams von der Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung (GBA) das Projekt „Perspektiven in Oberbarmen“ (PIO) vor.
Dieses Qualifizierungskonzept wird über das Bundesprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (BIWAQ) als Partnerprogramm der Sozialen Stadt mit EU-Mitteln gefördert. Mit an den konkreten Bedürfnissen der Menschen im Quartier orientierten Maßnahmen sollen die Integration in Arbeit und die Stärkung der lokalen Ökonomie Auftrieb erhalten.
In der gegenwärtigen Projektphase stehen bis November 2018 etwa 1,6 Millionen Euro zur Verfügung (Eigenanteil Jobcenter: 200.000 €).
Konkret geplant ist, in Zusammenarbeit mit den Beschäftigungsträgern „Wichernhaus Wuppertal gGmbH“ und „alpha e.V.“ auf dem Gelände der ehemaligen Textilfabrik Bünger einen Info-Point, ein Hostel, einen öffentlichen Grillplatz, eine Wegeanbindung an die Wuppertaler Nordbahntrasse und eine Fahrradwerkstatt für Trassenbenutzer errichten. Letzteres wurde ausführlich durch Olaf Biermann, Wichernhaus gGmbH, vorgestellt.
Für die verschiedenen Maßnahmen werden Qualifizierungen in den Bereichen Handwerk, Bau, Innenausbau, Garten-/Landschaftsbau, aber auch Tourismus, Gastronomie oder Fahrradmechanik durchgeführt. „Die dabei erworbenen arbeitsmarktrelevanten Kenntnisse und Fertigkeiten sollen den Beschäftigten helfen, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können.“
„Damit will PiO derzeit 36 Langzeitarbeitslosen aus sozial problematischen Wohnlagen in Wuppertal Oberbarmen/Wichlinghausen eine sinnvolle Beschäftigung geben, mit der das eigene Wohnumfeld verbessert, touristische Aktivitäten gefördert und der lokalen Wirtschaft neue Impulse gegeben werden.“ Insgesamt erreicht das Projekt ca. 220 Teilnehmende über die gesamte Laufzeit hinweg.
Unklar ist bis dato die Trägerform des geplanten Hostels sowie die Finanzierung des Baus, da das BIWAQ ausschließlich Mittel für Personal fördert.
Wir sind gespannt.

AUS DEN EINRICHTUNGEN

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Nikolai Spies vom Büro für Quartierentwicklung dankte allen Inserenten für die Unterstützung der ersten Stadtteilbroschüre für Wichlinghausen-Oberbarmen (download hier). Das mittlerweile überall im Quartier verteilte Heft habe großen Anklang gefunden, so dass Herr Spies zuversichtlich ist, dass es im nächsten Jahr eine Neuauflage mit noch mehr Inseraten geben wird.

Iris Colsman von der Färberei berichtete enthusiastisch vom Projekt „KIWI – Singen mit Kindern von 0 bis 2 Jahren“. Mütter und/oder Väter, auch Großeltern singen mit ihren kleinen Kindern Wiegenlieder aus den Ländern, aus denen die teilnehmenden Familien kommen. Unter der Leitung der großartigen Sängerin Hayat Chaoui haben alle Interessierten einmal wöchentlich die „seelisch bildende, wunderschöne Gelegenheit“ dieses Gemeinschaftserlebnis zu teilen (Infos hier)

Last not least berichtete Bernd Schäckermann (CVJM Oberbarmen, Bürgerforum) von Gesprächen der ISG Berliner Straße mit der Führungsebene der Polizei. Die häufig beklagte fehlende Präsenz der Polizei im Quartier hat offenkundig auch eine Ursache in der Bewohnerschaft selbst: Die Polizei wird bei kleineren Vorkommnissen häufig gar nicht erst informiert. Daher kommunizierte Bernd Schäckermann den Appell der Polizei in die Runde: „Meldet jedes, auch kleine, Ereignis der Polizei!“
In Kürze gibt es auch ein Treffen mit dem neuen Bezirksbeamten, den Sabine Ewich von der Hauptschule Oberbarmen ausdrücklich ob seines großen Engagements lobte.