Erinnerungskultur wird sichtbar

Die bunten Stelen stehen nun auf der Hilgershöhe. Foto: SkF

„Wie könnte eine Erinnerungskultur eigentlich aussehen?“ Das fragten sich bereits 2018 viele aktive Menschen auf dem Klingholzberg / Hilgershöhe. Im Stadtteil wurde gemeinsam ein Antrag zur finanziellen Unterstützung dieser Idee gestellt. Die Gruppe bekam den Zuschlag und erhält seitdem Gelder für ihr Projekt aus dem lokalen Verfügungsfonds. Seit letztem Jahr konnte daher intensiv an den Plänen zu Erschaffung einer lebendigen Erinnerungskultur gearbeitet werden.

„Es gibt so viel Geschichte auf dem Klingholzberg, das wollen wir sichtbar machen.“ Es war den Beteiligten schnell klar, dass es einen Ausgangspunkt im Viertel geben soll, der auch zum Verweilen einlädt, weil er entsprechend gestaltet wird und gut sichtbar ist. In zweiter Linie dient der Ort als Ausgangspunkt, um sich auf die Spuren der Erinnerungskultur auf dem Klingholzberg zu begeben. Durch den Verfügungsfonds der Sozialen Stadt Oberbarmen/Wichlinghausen sind hier  in den letzten Jahren bereits verschiedene Projekte gefördert worden, die sich mit der Vergangenheit des Stadtteils auseinandersetzen oder die jüngere Geschichte sogar erforscht haben. Sie stehen im Zusammenhang mit Ausgrenzung, Verfolgung, Flucht und Vertreibung in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Nachkriegsgeschichte bildet mit der Grundsteinlegung zum Europadorf den Neuanfang einer demokratischen, offenen und vielseitigen Gesellschaft. Und an diesem positiven Strang möchte das Projekt anschließen und die heutigen Fragen um Krieg, Rassismus und Vertreibung in der heutigen Zeit thematisieren und gemeinsam diskutieren.

Die Mosaike werden an den Stelen befestigt. Foto: SkF

Aber zurück zu dem zukünftigen Ausgangsort der Erinnerungskultur: Seitdem ein geeigneter Künstler gefunden werden konnte, dieses Vorhaben gemeinsam mit dem Stadtteil zu planen, zu bauen und durchzuführen, ist viel passiert. In Beteiligungswerkstätten sind tolle Ideen entwickelt worden. Am Ende entschied man sich für die Erstellung von drei Skulpturen, deren Form gemeinsam mit dem Künstler Robert Kaller konzipiert wurden.

Die Rohlinge der Skulpturen wurden bereits im Sommer in den Stadtteil gebracht. In der Turnhalle der Gesamtschule Langerfeld konnten die Rohlinge begutachtet werden. Nach kleinen Ausbesserungen hat Robert Kaller die Rohlinge dann an ihrem zukünftigen Bestimmungsort aufgestellt. Seit August stehen sie am Pater Piusweg / Ecke Hilgeshöhe, direkt gegenüber der Anne Frank Siedlung auf dem Grundstück der Gesamtschule Langerfeld.

Gemeinsam freut man sich über die bunten Stelen auf der Hilgershöhe. Foto: SkF

„Es ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt“, freut sich Margarete Hahn, 1. Vorsitzende des Bürgervereins Langerfeld e.V. „Mit Hilfe der GBA (Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung Wuppertal) haben wir Platz für unsere Skulpturen in der Grünfläche geschaffen.“ Der neue Standort der Skulptur soll auch ein neuer Aufenthaltsort sein. Eine Parkbank wird noch aufgestellt.

 

Die Pflanzen, die von der GBA ausgebuddelt wurden, sind ein paar Meter weiter in der Pflanzbar Hilgershöhe/Ecke Heinrich-Böll-Str. wieder eingepflanzt worden. „Wir wollen auch einen kleinen Beitrag zur Nachhaltigkeit liefern“, sagt Sabine Münch vom SkF Bergisch Land. „Wir sind glücklich, dass die Pflanzbar Zuwachs bekommen hat.“

Im Anschluss an die Arbeiten ist ein Treffen der Arbeitsgruppe „Erinnerungskultur“ geplant. Margarete Hahn erläutert, dass es dann um Fragen rund um die Aufstellung einer Parkbank gehen wird. Auch die weitere Bepflanzung und Planung der Einweihung im Frühjahr 2020 muss besprochen werden.

Interessierte können sich gerne an die 1. Vorsitzende des Langerfelder Bürgervereins, Margarete Hahn wenden: info@langerfeld.de

Lesen Sie hier weitere Beiträge über die Erinnerungskultur:

„Probeaufbau für die Erinnerungskultur“. Juli 2019
„Erinnerungskultur nimmt Gestalt an“. Februar 2018

Fotos: SkF