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Protokoll der Stadtteilkonferenz

am 07.10. im Forum Langerfeld

Am Abend fanden sich rund 50 Teilnehmende zur Stadtteilkonferenz für Oberbarmen und Wichlinghausen im Stadtteilzentrum (Forum) Langerfeld ein. Neben einer Analyse der Wahlergebnisse gab es auch Neuigkeiten zur Perspektive der Städtebauförderung im Stadtteil und es wurden Ideen zur künstlerischen Gestaltung der Wegeverbindung zwischen Schwarzbach und Langobardenstraße gesammelt. Wie in „Ob & Wi“ es ganz üblich ist, gab es im Anschluss ausreichend Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig auf dem Markt der Möglichkeiten auszutauschen.

Ergebnisse der Kommunalwahl

Nach der Begrüßung und einem Dank an die Gastfreundschaft des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) startete Lukas Meier vom Vierzwozwo Quartierbüro in Trägerschaft der Diakonie Wuppertal KJF gGmbH die Stadtteilkonferenz mit einer Analyse der Wahlergebnisse in der Stadt und im Stadtteil.

Dass Miriam Scherff neue Oberbürgermeisterin für Wuppertal werden wird, war auf der Konferenz für die Anwesenden keine Neuigkeit mehr. Dennoch wurde viel Glück und Erfolg bei der Erfüllung dieses Amtes an Frau Schwerff entrichtet.

Wahlbeteiligung

Wie schon bei den vergangenen Wahlen wurde auch bei der Kommunalwahl deutlich, dass es in Oberbarmen und Wichlinghausen mit die niedrigste Wahlbeteiligung in der gesamten Stadt gibt. Die Wahlbeteiligung in Wuppertal blieb außerdem hinter der im Land NRW zurück. Insgesamt stieg die Wahlbeteiligung jedoch sowohl im Stadtteil, als auch in der Stadt und im Bundesland. Festzuhalten ist noch, dass bei der Kommunalwahl mehr Menschen wahlberechtigt waren, als bei der vorangegangenen Bundestagswahl, da zur Kommunalwahl auch 16-Jährige und Menschen aus dem EU-Ausland mit Wohnsitz in Wuppertal wählen durften.

Rat der Stadt Wuppertal

Die SPD ist im Rat der Stadt deutlich stärkste Kraft geworden. Nach ihr folgen die CDU und die AfD. Grüne und Linke folgen auf den Plätzen 4-5, während die FDP, das BSW und die Freien Wählen mit etwas Abstand danach folgen. Da es bei den Kommunalwahlen keine 5%-Klausel gibt, haben es auch kleinere Parteien mit einem Sitz in den Rat der Stadt Wuppertal geschafft. Durch die Sitzverteilung ergibt sich, dass SPD und CDU zusammen eine Mehrheit im Rat erzeugen könnten. Sollten sich SPD, Grüne und Linke abstimmen, würde ihnen nur eine Stimme für eine absolute Mehrheit im Rat fehlen. Bislang laufen Gespräche zwischen verschiedenen Fraktionen des Stadtrates.

Bezirksvertretungen im Stadtteil

In den Bezirksvertretungen braucht es, aufgrund der geringeren Anzahl der zu verteilenden Sitze, ein in Prozent höheres Ergebnis als im Rat der Stadt, um für eine Partei einen Sitz zu erhalten. Für die Bezirksvertretung in Langerfeld-Beyenburg heißt das nach der Kommunalwahl, dass sich die SPD und die CDU verständigen müssen, wenn es zu einer Mehrheit in der Bezirksvertretung kommen soll. Hier haben es außer den genannten Parteien nur noch die Grünen und die Linke in der Bezirksvertretung geschafft.

In der Bezirksvertretung Oberbarmen ist die AfD mit 0,6% Prozentpunkten Vorsprung vor der SPD stärkste Kraft geworden. Das war auch schon bei der Bundestagswahl der Fall. Im Februar war der Abstand zur SPD jedoch weit aus größer. Die CDU kommt auf nicht ganz 22%, Grüne und Linke liegen fast gleich auf bei ca. 8%. BSW und FDP haben über 3,5%. Afd, SPD, CDU erhalten so jeweils vier Sitze, Grüne, Linke, BSW und FDP haben jeweils einen Sitz. Dazu ist noch anzumerken, dass der AfD eigentlich fünf Sitze zuständen. Da sie jedoch nur vier Personen auf der Liste für die BV aufgestellt haben, können nur vier Personen in die BV einziehen. Falls Sie die Verteilung der Sitze für die Bezirksvertretungen noch mehr interessiert, können Sie gerne weitere Informationen aus der Niederschrift des Wahlausschusses zur Wahl des Bezirksvertretungen entnehmen.

Wenn man von der Ebene der BV noch eine Ebene kleiner geht und sich die Sitzverteilung für die Wahlbezirke Oberbarmen, Wichlinghausen-Süd und Wichlinghausen-Nord ansieht, ergibt sich ein ähnliches Bild wie im Stadtbezirk, nur dass die CDU in Ob&Wi weniger Stimmanteile erhalten hat. Verglichen mit der ganzen Stadt und dem Land lässt sich festhalten, dass die SPD in Wuppertal und in Ob&Wi deutlich stärker abschneidet als im Land. Bei der CDU ist es umgekehrt. Die AfD hingegen erhält besonders in Ob&Wi mehr Stimmanteile, bei den Grünen sind es etwas weniger. Linke und BSW schneiden im Stadtteil ein Stück besser ab als in der Kommune oder im Land.

Im Anschluss an die Vorstellung dieser Wahlergebnisse lud Moderator Lukas Meier die Anwesenden ein, sich bei Angriffen auf die Demokratie und bei (Mikro)Aggressionen gegenseitig zu unterstützen und füreinander einzutreten. Auf dem Markt der Möglichkeiten bestand zudem die Möglichkeit, sich mit dem Thema weitergehend zu befassen.

Neue Gesichter und ein Abschied

Wie inzwischen auf der Stadtteilkonferenz für Oberbarmen und Wichlinghausen üblich wurden die neuen Gesichter in der Runde begrüßt. Sie hatten die Möglichkeit, sich kurz vorzustellen und ihr spezifisches Interesse an der Konferenz zu bekunden. Mit dabei waren zum Beispiel Mitarbeitende der Jugendberufshilfe, Nachbar*innen, Engagierte des Sozialerks Ankerplatz und Galeristin und Oberbarmer Urgestein Barbara Binner.

Im Anschluss an die Vorstellung der neuen Teilnehmenden war es an der Zeit, Bärbel Hoffmann, Geschäftsführerin der Diakonie Wuppertal KJF gGmbH, bei ihrer letzten Stadtteilkonferenz zu Dienstzeiten zu würdigen. Frau Hoffmann hat sich in ihren über 30 Jahren Dienstzeit für die Diakonie besonders um den Stadtteil verdient gemacht. „Sie waren sich auch als Geschäftsführerin für keine Aufgabe zu schade,“ berichtet Lukas Meier bei seiner kleinen Laudatio auf die „Überzeugungstäterin Bärbel Hoffmann“. Frau Hoffmann selbst bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit den Menschen und Einrichtungen im Stadtteil, das man auch durch die rege Teilnahme an den Stadtteilkonferenzen nachvollziehen könne.

Neues aus der Städtebauförderung

Nun übernahm Nicklas Grosch, der Projektleiter für das Städtebauförderprogramm Sozialer Zusammenhalt, das Wort und berichtete über Neuigkeiten, die die Stadt Wuppertal von der Bezirksregierung erhalten hat. So sind die Förderbescheide für die beantragten Projekte Spielplatz Allensteiner Straße, Spielplatz Hermanstraße, Verbindungsbrücke und Erweiteurng der Färberei eingegangen.

Diese investiven Projekte werden bis 2030 im Stadtteil umgesetzt. Der Umbau des Friedhofs in der Sternstraße wird hingegebn vorerst nicht als Städtebaufördermaßnahme umgesetzt. Neben den investiven Projekten hat die Bezirksregierung auch eine Zusage für die Fortführung der konsumptiven Maßnahmen, wie Verfügungsfonds, Öffentlichkeitsarbeit und Quartiersmanagement bis Ende 2030, übermittelt.

Kunstbeteiligung zur Wegeverbindung

Zu einer der bereits laufenden Baumaßnahmen gab es auf der Stadtteilkonferenz die Möglichkeit, sich selbst mit einzubingen. Auf der letzten Stadtteilkonferenz hatten die Anwesenden bereits ihre Präferenz bei der Künstler*innenauswahl weitergegeben, wie Wiebke Striemer vom Vierzwozwo Quartierbüro das Publikum erinnerte.

In der Zwischenzeit wurden Künstler*innen beauftragt und das Konzept für die künstlerische Umsetzung mit Beteiligung des Stadtteils vorgestellt. Ute Scholl-Hallbach und Marziyeh Abbas Zadeh (Rahab) stellten sich und ihre Arbeiten mit Mosaiken vor. In einem zweiteiligen Workshopprozess werden zunächst Mosaik (Jan/ Feb 26) gelegt und vorbereitet und in einem zweiten Schritt dann (April/ Mai 26) an die Mauer am fertigen Fußweg angebracht.

Um Inspriationen mit in diesen Prozess zu nehmen wurden mögliche Motive und Slogans/Worte abgefragt, die sich die Teilnehmenden der Stadtteilkonferenz gut auf der Wand am Fußweg vorstellen können.

Verfügungsfonds

Da die Anzahl der aktuell laufenden Verfügungsfondsprojekte nicht gering ist, blieb nicht viel Zeit sich den einzelnen Projekten inhaltich auf der Stadtteilkonferenz zu widmen. Wer sich über die Projekte nähergehend informieren möchte, kann sich gerne beim Vierzwozwo Quartierbüro unter info@vierzwozwo.de melden. Die nächste Sitzung des Verfügungsfondsbeirates findet am 18.11. statt.

Markt der Möglichkeiten

Auf dem Markt der Möglichkeiten fanden sich wieder vielfältige und spannende Projekte für den Stadtteil. Auch wenn Historiker Heiko Schnickmann spontan doch absagen musste, sei vorab auf seine Buchvorstellung zu seinem neuen Oberbarmen-Buch hingewiesen.

Bunt und Vielfältig

Das Bürgerforum Oberbarmen setzt gerade zusammen mit einer Projektgruppe das Projekt „bunt und vielfältig“ um. Mit dem Projekt verbindet sich hochklassige Street Art mit inhaltichen Interpretationen von Menschen aus dem Stadtteil. Thomas Kubig und die NGO „Cup of Colour“ gestalten gerade eine Fassade am Schöneberger Ufer so, dass ab der Woche vom 13.10. Kinder und alle Interessierten das Thema der Kinderrechte an der Wand für sich interpretieren können. Mehr zu Projekt erfahren Sie unter diesem Link.

Die Zweite Runde im Quartier – Ein Comic

Katrin Schmitz und Malcolm Keller haben in den Sommerferien zusammen mit Kinder aus dem Stadtteil beim CVJM Oberbarmen einen Quartierscomic erstellt. Am Donnerstag, den 16.10. wird das Comic zusammen mit den beteiligten Kinder im CVJM Oberbarmen vorgestellt. Im Anschluss ab dem 17.10. werden die Bilder des Comics außerdem auf der Nachbarschaftsetage des BOB CAMPUS ausgestellt. Wenn Sie ein Comic erhalten möchten, wenden Sie sich gerne ans Quartierbüro, den CVJM Oberbarmen oder die Stadtteilbibliothek.

Saisonkalender

Auch wenn der Saisonkalender bislang schon viel im Stadtteil verteilt wurde, nutzte Jan Koemmet die Stadtteilkonferenz noch einmal um den Kalender mit dem Obst und Gemüse der Saison, sowie tollen Rezepten aus der Nachbarschaft unters Volk zu bringen. Für Oktober gibt es beispielsweise ein Rezept zu einer Kürbissuppe im Angebot. Wer noch einen Saisonkalender erhalten oder weitergeben möchte, der melde sich gerne unter info@vierzwozwo.de beim Quartierbüro.

Wohnzimmer und Second Hand

Das Sozialwerk Ankerplatz der Credo Kirche präsentierte auf der Konferenz ihre neuen Angebote des Offenen Wohnzimmers mit Second Hand Laden. Passend zur Wohnzimmerathmosphäre servierte das Team des Ankerplatzes den Gesprächspartner*innen besten Kaffee. Wenn Sie Interesse daran haben, mehr zum Offenen Wohnzimmer und zum Second Handangebot zu erfahren, klicken Sie auf die Links.

Streetwork im Winter

Die Zentrale Beratungsstelle für Obdachlose der Diakonie Wuppertal stellte auf der Stadtteilkonferenz ihre Arbeit mit den besonderen Herausforderungen im Winter vor. In einigen Wochen wird auch die Kältehotline der Stadt Wuppertal wieder aktiviert. Mehr zur Arbeit der Zentralen Beratungsstelle finden sie hier.

Stadtteilrikscha mit Workshops für den Stadtteil

Nachdem in diesem Jahr die Stadtteilrikscha für Oberbarmen und Wichlinghausen vom Nachbarschaftsheim angeschafft wurde, stehen nun Workshops mit Nachbar*innen an. Dabei soll am 05.11. ab 17 Uhr im Stadtteilzentrum Wiki erarbeitet werden, welche Orte im Stadtteil besonders spannend für Rikschanutzer*innen sein können und welche Hintergrundinformationen dazu bei der Fahrt weitergegeben werden können. Mehr zu den Workshops erfahren Sie im Einladungs-Flyer. Wer sich für den Workshop anmelden möchte kann das unter radeln@nachbarschaftsheim-wuppertal.de tun.

Mosaike legen

Am Stand der Künstler*innen zur Fußwegeverbindung konnten die Teilnehmenden direkt eigene Mosaike für die Mauer legen. Dabei wurde ganz nebenbei gemeinscahftlich ein Haus zusammengesetzt. So konnte man auf der Konferenz schon gut nachvollziehen, wie die Workshops im Frühjahr nächsten Jahres laufen werden. Wer sich für die Workshops jetzt schon anmelden möchten, kann dieses unter glaskunst@online.de tun.

Die nächste Stadtteilkonferenz für Oberbarmen und Wichlinghausen findet am 04.12. ab 15:30 Uhr statt. Der Ort wird noch bekannt gegeben.

Falls Sie die Räumlichkeiten der Stadtteilzentrum Langerfeld für z.B. ihren Verein nutzen möchten, wenden Sie sich an Frauke Langer vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) unter 0202 642663 oder forum@skf-bergischland.de.